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Wetter in Deutschland: Sommergewitter ziehen über Deutschland

In unserer Region glimpflich : Sommergewitter ziehen über Deutschland

Vollgelaufene Keller, Blitzeinschläge, kaputte Autos – Feuerwehren sind in vielen Regionen Deutschlands im Dauereinsatz. Im Südwesten von NRW blieb es ruhig. In Ostwestfalen häuften sich die Unfälle.

Heftige Regenfälle, Blitz und Hagel haben in vielen Regionen Deutschlands die Rettungskräfte herausgefordert. Überflutete Keller und Straßen, zerstörte Autos und umgeknickte Bäume sind die Bilanz der ersten Sommergewitter des Jahres am Wochenende. Für NRW wurden auch teils schwere Gewitter, Starkregen und Hagel erwartet, doch die Niederschläge waren in vielen Teilen des Landes geringer als gedacht.

Vor allem der Südwesten von NRW blieb von Unwettern weitgehend verschont. In Städten wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg kam es zwar zu einigen Schauern. Von Starkregen konnte allerdings keine Rede sein. Im Norden des Landes gross es hingegen reichlich. In der Nacht zum Montag meldete die Feuerwehr aus Münster vollgelaufene Keller, unter anderem in einem Krankenhaus im Stadtteil Amelsbüren. In Ostwestfalen meldete die Autobahnpolizei vermehrte Einsätze. Im Raum Bielefeld kam es wegen Aquaplanings zu 30 Unfällen auf der A2. Der besonders von der Landwirtschaft herbeigesehnte Regen ist also weiterhin sehr ungleich verteilt.

Die Prognosen deuten darauf hin, dass dies auch so weitergeht. In einem Streifen vom Ems- und Münsterland bis nach Süd- und Ostbayern kann es am Montag lokal erneut heftigen Regen und einzelne, kurze Gewitter geben, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Im Norden und Nordosten verspricht der Wetterbericht hingegen einen Hauch von Sommer.

Die Autobahn 6 bei Wieselrieth in Bayern stand teilweise unter Wasser. Foto: dpa/Bernd März

Am Wochenende war der Starkregen auch in anderen Teilen Deutschlands ungleich verteilt. In Thüringen registrierte die Polizei am Sonntag auf den Autobahnen 18 Unfälle auf regennassen Fahrbahnen, wie aus einer Mitteilung am Montag hervorging. Bei zwei Unfällen auf der A4 bei Gotha und auf der A38 bei Burgwalde kam je ein Mensch ums Leben.

Im Saalekreis in Sachsen-Anhalt ist ein Mann während der schweren Gewitter von einem Blitz getroffen und tödlich verletzt worden. Der 44-Jährige habe sich am Samstagabend mit Bekannten in einem Garten in Höhnstedt aufgehalten und unter einer Hochspannungsleitung gestanden, teilte die Polizei mit. Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet, soll der Mann seine Notdurft verrichtet haben, als der Blitz ihn bei der Gartenfeier traf. In Lübeck wurden zwei Menschen ebenfalls vom Blitz getroffen. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht.

Besonders aufwendig war die Rettung mehrerer Dutzend Wanderer von einer Berghütte in der Nähe von Garmisch in Bayern. Wegen beschädigter Brücken konnten sie vorerst nicht zu Fuß ins Tal zurück gelangen und wurden am Sonntag mit Hubschraubern ausgeflogen.

Bis Sonntagmorgen rückte die Feuerwehr in Brandenburg zu mehr als 500 Einsätzen aus. Nach Angaben der Regionalleitstellen stürzten Bäume auf Straßen und fielen teils auf Autos, Wasser lief in Keller und überflutete Straßen, Blitze schlugen ein. Auch in Fahrstühlen stand Wasser. In Wernsdorf bei Königs Wusterhausen brannte ein Dachstuhl.

Im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen musste ein Gemeinde-Ortsteil evakuiert werden. Dort war nach den starken Regenfällen ein Bach über die Ufer getreten. Betroffen waren nach Angaben der Polizei Dutzende Bewohner. Örtlich sind weiterhin Überschwemmungen möglich.

Die Feuerwehr in Nürnberg berichtete von rund 100 Einsätzen wegen der Unwetter. Überwiegend waren Keller in der mittelfränkischen Stadt vollgelaufen. Mit einem vollgelaufenen Keller hatte auch die Feuerwehr in Westerstede in Niedersachsen zu kämpfen. Hier schlugen die Kohlenmonoxid-Warngeräte der Feuerwehrleute Alarm. Ein Großaufgebot evakuierte das betroffene Gebäude, ehe nach einer entnommenen Wasserprobe dann Entwarnung gegeben werden konnte.

Im thüringischen Mühlhausen mussten die Helfer eine Frau und ihre Tochter aus einem Auto befreien. Das Auto war laut Polizei in einer überfluteten Bahnunterführung stehen geblieben und begann mit Wasser vollzulaufen. Der Fahrer konnte den Wagen verlassen, die beiden Frauen mussten von Polizisten befreit werden. Die Tochter erlitt eine Panikattacke.

 Auf den Fahrplan der Deutschen Bahn hatte die Wetterlage dagegen weniger Auswirkungen. Es lägen keine größeren Störungen vor, hieß es von der Bahn.

Bereits am Samstagnachmittag wüteten Gewitter. Besonders traf es zunächst den Nordosten. In Westmecklenburg hatten die Feuerwehrleute rund 200 Einsätze, wie ein Sprecher sagte. Mehr als 40 Liter Regen fielen dort pro Quadratmeter.

Am Montag ist die Gefahr für Starkregen noch nicht gebannt. In einem Streifen vom Ems- und Münsterland bis nach Süd- und Ostbayern kann es lokal erneut heftigen Regen und einzelne, kurze Gewitter geben, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Sommerlicher wird es dagegen im Norden und Nordosten. Dort gibt es den Meteorologen zufolge viel Sonne und Temperaturen von bis zu 27 Grad. Auch im Südwesten können sich einige Wolkenlücken auftun. Insgesamt erreichen die Temperaturen im Süden aber nur zwischen 17 und 20 Grad.

(peng/csi/dpa)