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Wetter in Deutschland: Der Frühling war eine Eintagsfliege - es wird spätwinterlich

Wetter in Deutschland : Der Frühling war eine Eintagsfliege - es wird spätwinterlich

Milde Luft aus dem Mittelmeerraum hat am Wochenende einen Vorgeschmack auf den Frühling nach Deutschland gebracht. Doch damit ist erstmal wieder Schluss.

Die meisten Menschen konnten am Samstag bei 15 bis 20 Grad in der Sonne sitzen. An vielen Orten gab es die höchsten Temperaturen seit Jahresanfang. Nur im Norden von Schleswig-Holstein wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Sonntag gerade einmal acht Grad erreicht. Am wärmsten sei es an den Nordhängen der Alpen und auch der Mittelgebirge gewesen - vor allem bedingt durch den Föhn. Das ist ein trockener und warmer Fallwind auf der windabgewandten Bergseite.

Am Bodensee und in benachbarten Regionen trieben am Samstagabend viele Menschen symbolisch den Winter aus. Für die Funkenfeuer verwende man Christbäume sowie anderes unbehandeltes Holz, sagte der Jugendwart der Langenargener Feuerwehr, Johannes Mühlhaupt. Das Holz werde zu einem Turm gestapelt, der sieben bis acht Meter hoch werden könne. Oben wird meist eine "Funkenhexe" befestigt, deren Kleider mit Stroh und Heu gefüllt sind. Geht sie in Flammen auf, ist der Höhepunkt des Abends erreicht. Der Brauch wird vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum gefeiert. Die Wurzeln liegen in einem heidnischen Kult.

Genutzt hat es offenbar wenig. Das warme Wetter sei nur eine "Eintagsfliege" gewesen, sagte Marcus Beyer, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Schon am Sonntag kühlten die Temperaturen ab, in vielen Gebieten regnete es. Zu Wochenbeginn wird das Wetter noch unfreundlicher. Es werde "nasskalt und in manchen Regionen auch spätwinterlich", berichtete Beyer. Zwar gehen die Temperaturen in der zweiten Wochenhälfte wohl wieder etwas nach oben. Doch zum Wochenende deute sich schon der nächste "Kälterückfall" an.

Lawinengefahr gestiegen

In Österreich und der Schweiz warnten die Wetterdienste nach den heftigen Föhnstürmen von Samstag vor Lawinen. "Für den Wintersportler herrscht oberhalb von etwa 2000 Metern eine zum Teil recht heikle Lawinensituation bei erheblicher Lawinengefahr", berichtete der Lawinenwarndienst in Tirol am Sonntag. Dort stürzte ein deutscher Alpinist im Kaisergebirge am Samstag fast 300 Meter ab, nachdem ihn ein Schneebrocken aus einer kleinen Lawine aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Er überlebte mit einer großen Platzwunde am Kopf.

Die Föhnstürme fegten am Samstag teils mit Orkan-Geschwindigkeit über Österreich und die Schweiz. Heftiger Wind riss in Silbertal 80 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee einen meterhohen Berg aus Holzscheiten um. Ein 17-Jähriger wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Der Turm sollte zum Funkensonntag wie in der Region traditionell üblich angezündet werden.

(felt/dpa)