Bürgermeister empört Bündnis „Wer hat, der gibt“ plant Demonstration auf Sylt

Westerland · Sylt stehe sinnbildlich für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der vergangenen Jahrzehnte. „Dieses Wochenende ist Sylt fällig“, kündigte ein Initiator von „Wer hat, der gibt“ an.

Mit dem 9-Euro-Ticket an die Nordsee - Ansturm auf Sylt
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Foto: dpa/Axel Heimken

Demonstranten wollen am Samstag auf Sylt gegen verschwenderischen Luxus und soziale Ungerechtigkeit protestieren. Angemeldet wurden nach Angaben des Kreises Nordfriesland zwei Veranstaltungen. Das Bündnis „Wer hat, der gibt“ kündigte an, dass Demonstranten mit dem Neun-Euro-Ticket unter anderem aus Hamburg, Köln, Berlin, Bremen oder Münster anreisen würden, „um die Reichen in ihren Feriendomizilen zu stören“. Sylt stehe sinnbildlich für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der vergangenen Jahrzehnte. „Dieses Wochenende ist Sylt fällig“, kündigte Ansgar Ridder von „Wer hat, der gibt“ an. „Die Reichen haben die Insel nicht gepachtet.“

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Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) reagierte auf Facebook mit dem Hinweis, dass die Insel mehr sei als der Urlaubsort von reichen Menschen und auch soziale Probleme habe. „Auf Sylt gibt es Obdachlosigkeit und Altersarmut“, schrieb er am Mittwoch. „Es ist ein ‚Schlag ins Gesicht‘ für alle Sylter:innen, wenn hier nur von den Reichen auf Sylt geredet und übersehen wird, wie viele Sylter:innen hier „Normalos“ sind, sich Tag für Tag durch den bundesweit üblichen Alltag kämpfen, ihre Familien durch harte Arbeit gut versorgen und ihnen eben nicht die „gebratenen Tauben“ zufliegen oder der Kaviar kilogrammweise in den Mund fällt.“

Nach Angaben des Kreises soll es am Samstag auf dem Rathausvorplatz von 13.00 Uhr bis 21.30 Uhr Redebeiträge und Musik geben. Erwartet werden zunächst etwa 30 und später am Abend bis zu 500 Teilnehmer. Außerdem soll es zwischen 12.00 Uhr und 17.00 Uhr einen Umzug von Westerland nach Kampen geben - mit rund 250 erwarteten Teilnehmern.

(chal/dpa)