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Turbulenzen beim Kinderhilfswerk: Werbe-Manager soll neue Unicef-Chef werden

Turbulenzen beim Kinderhilfswerk : Werbe-Manager soll neue Unicef-Chef werden

München (RPO). Thomas Heilmann, Gründer und langjähriger Chef der Werbeagentur Scholz & Friends, soll einem Magazinbericht zufolge neuer Chef der Deutschland-Sektion des Kinderhilfswerks Unicef werden. Der bisherige Vorstand war vor dem Hintergrund des Finanzskandals zurückgetreten.

München (RPO). Thomas Heilmann, Gründer und langjähriger Chef der Werbeagentur Scholz & Friends, soll einem Magazinbericht zufolge neuer Chef der Deutschland-Sektion des Kinderhilfswerks Unicef werden. Der bisherige Vorstand war vor dem Hintergrund des Finanzskandals zurückgetreten.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, der 43-Jährige solle auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag gewählt werden. Seine Wahl gelte als wahrscheinlich, weil Heilmann neben zahlungskräftigen Sponsoren auch etliche lokale Unicef-Gruppen sowie den noch amtierenden Vorstand auf seiner Seite habe.

Unicef-Chef Reinhard Schlagintweit hatte am Donnerstag als Konsequenz aus den Finanzquerelen den Rücktritt des kompletten Vorstandes angekündigt. Das Blatt schrieb, Großspender wie der Payback-Chef Alexander Rittweger, hätten einen professionellen Krisenmanager an der Unicef-Spitze installieren wollen, und den Kontakt zu Heilmann hergestellt. Zur neuen Mannschaft zähle auch der Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Burkhard Schwenker. Er solle beim Kinderhilfswerk verkrustete Strukturen aufbrechen und eine effiziente Organisation aufbauen.

Heilmann verfüge über beste Wirtschaftskontakte sowie über direkten Zugang zu Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), schrieb das Magazin. Er wolle angesichts der Finanzaffäre vor allem die Kommunikation mit verunsicherten Spendern und Mitgliedern verbessern.

Unklar sei noch, ob er als Vorstandsvorsitzender oder als Geschäftsführer das Ruder übernehmen soll. Heilmann verlange für seine Tätigkeit kein Geld und sehe sich als Übergangslösung. In einem halben Jahr wolle er die Krise bei Unicef gemeistert haben.

Hier geht es zur Infostrecke: Die wichtigsten Fakten zum Unicef-Skandal von 2008