Ausstellung in Frankfurt: Wenn Schüler Liebesbriefe schreiben

Ausstellung in Frankfurt : Wenn Schüler Liebesbriefe schreiben

"Willst du mit mir gehen?" heißt eine Ausstellung, die derzeit in Frankfurt zu sehen ist. Sie zeigt Liebesbriefe aus mehreren Jahrzehnten. Darin sind kleine Tragödien und große Gefühle dokumentiert.

Oftmals sind es Dramen, mit einem Geha-Füller oder mit Pelikan-Tinte geschrieben, und sie handeln von großen Gefühlen: enttäuschter Liebe, Ablehnung und Streitlust.

Und mit der einfachen Frage "Willst du mit mir gehen?" wurden Beziehungen angebahnt, die oftmals nicht die nächste große Pause überdauerten.

Das Frankfurter Museum für Kommunikation zeigt zurzeit in einer Ausstellung mehr als 150 Schülerbriefchen aus den 1960er Jahren bis heute. Alle Exponate sind authentisch, zerknickt vom vielen Falten und den zahlreichen Händen, durch die sie in der Klasse auf dem Weg vom Absender zum Empfänger gegangen sind.

Natürlich handeln die meisten von der Liebe. Aber es geht auch um Hierarchien in der Klasse ("Darf ich in der Pause mit Gummi hüpfen?" "Heidi sagt Nein") oder schlicht darum, sich vom eintönigen Unterricht abzulenken. "Langweilig was?" "Mir nicht. Von allen Seiten bekomme ich Zettel."

Das Phänomen der Schüler-Briefchen gehört in Zeiten von sozialen Netzwerken und Smartphones immer noch zum Alltag. "Es werden pro Tag mehrere hundert Zettel pro Klasse geschrieben", berichtet Mathias Rösch, Kurator der Ausstellung.

Der Großteil der Exponate stammt aus dem Bestand eines Pädagogen: Der Nürnberger Mathematiklehrer Günter F. Hessenauer hat vier Jahrzehnte lang mehr als 2500 weggeworfene Zettel von Schülern gesammelt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Museum zeigt Liebesbriefe von Schülern

(mso)
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