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Bilanz der Naturkatastrophen: Weniger Schäden als im Jahr zuvor

Bilanz der Naturkatastrophen : Weniger Schäden als im Jahr zuvor

München (RPO). Die Rechnung geht auf: Weniger Naturkatastrophen bedeuten weniger Schäden. Eben dieses Rechenexempel hat die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft nun mit Zahlen gefüttert. Naturkatastrophen haben 2009 deutlich geringere Schäden verursacht als im Vorjahr. Insgesamt hat sich der wirtschaftliche Schaden auf 50 Milliarden Dollar (34,7 Milliarden Euro) belaufen.

Davon habe die Versicherungswirtschaft 22 Milliarden Dollar zu tragen gehabt. 2008 hatten die Schäden für die Volkswirtschaft 200 Milliarden Dollar und für die Versicherer 50 Milliarden Dollar betragen. Allerdings stieg 2009 die Zahl schadensrelevanter Katastrophen auf 850 und lag damit über dem Zehn-Jahres-Schnitt von 770.

Insgesamt verloren 2008 bei Naturkatastrophen den Angaben zufolge weltweit 10.000 Menschen ihr Leben und damit deutlich weniger als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre, der bei 75.000 liegt. Die meisten Todesopfer forderte laut dem Konzern ein Erdbeben, auf der indonesischen Insel Sumatra, bei dem 1200 Menschen ums Leben kamen.

Auch wenn Größtkatastrophen ausgeblieben seien, habe es doch eine zahlreiche mittelschwere Naturkatastrophen gegeben, sagte Peter Höppe, Leiter der GeoRisiko-Forschung des Konzerns. Dabei bleibe der Trend zu einer Zunahme von wetterbedingten Katastrophen bestehen.

Teuerstes Einzelereignis 2009 war laut dem Münchener DAX-Konzern der Wintersturm Klaus, der zwischen dem 23. und 25. Januar Nordspanien und Südwestfrankreich traf. Dabei hätten die volkswirtschaftlichen Schäden bei 5,1 Milliarden Dollar und die versicherten Schäden bei 3 Milliarden Dollar gelegen.

An der Schadenstatistik 2009 seien die hohen Einzelschäden durch Unwetter in den USA auffällig. Dort seien seit 1980 die Schäden durch starke Gewitter mit Hagel, Starkregen oder Tornados inflationsbereinigt im Schnitt von 4 Milliarden auf 10 Milliarden Dollar pro Jahr gestiegen.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek verwies auf die deutliche Zunahme von großen wetterbedingten Naturkatastrophen weltweit seit 1950, deren Zahl mittlerweile auf das etwa Dreifache gestiegen sei. "Dazu dürfte der Klimawandel bereits einen signifikanten Teil beigetragen haben", sagte er. Die durch den Klimawandel verursachten Schäden werden laut Münchener Rück in Zukunft weiter zunehmen.

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(DDP/spo)