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Weizsäcker-Mordprozess : Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft und Psychiatrie

Weizsäcker-Mordprozess : Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft und Psychiatrie

Der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde vor knapp acht Monaten erstochen. Die Staatsanwaltschaft hat 14 Jahre Haft für den Angeklagten und die Unterbringung in der Psychatrie gefordert.

Der 57-jährige Angeklagte habe sich des Mordes schuldig gemacht, sagte die Staatsanwältin am Mittwoch in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Berlin. Er habe den jüngsten Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gegen Ende eines Vortrags in der Schlosspark-Klinik Berlin heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen erstochen.

Bei ihrer Strafforderung berücksichtigte die Staatsanwältin eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten. Sonst wäre bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe zwingend. Sie sagte, es sei eine sinnlose Tat eines psychisch nicht unerheblich gestörten Mannes. Zudem sei er des versuchten Mordes an einem Polizisten schuldig zu sprechen. Der Polizist, der privat bei dem Vortrag war, wollte den Angreifer stoppen und wurde schwer verletzt.

Als Mordmotiv sah die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten. Nach bisherigen Planungen sollte noch am Mittwochnachmittag, dem achten Prozesstag, das Urteil verkündet werden. Zuvor wurde noch das Plädoyer der Verteidigung erwartet. Der Angeklagte könnte ebenfalls noch sprechen.

Fritz von Weizsäcker (59) war am 19. November 2019 durch einen Messerstich in den Hals getötet worden. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen.

Der Angeklagte aus Andernach in Rheinland-Pfalz, zuletzt als Packer in einem Logistikzentrum tätig, hatte die Tat gestanden, aber keine Reue gezeigt. Laut einem psychiatrischen Gutachten war er wegen einer Zwangsstörung in seiner Steuerungsfähigkeit vermindert schuldfähig. Im Prozess sagte der Mann mehrfach, er habe nicht aus einem Wahn heraus gehandelt.

Der achte Tag des Prozesses begann am Mittwochmorgen mit Befangenheitsanträgen des Angeklagten gegen den Richter und den psychiatrischen Gutachter. Er sehe sich zu diesem Schritt gezwungen, hieß es in der von einem Verteidiger vorgelesenen Begründung. Das Gericht lehnte die Anträge ab.

(ahar/dpa/afp)