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Rechtsextremes Neonazi-Trio: Weitere Terror-Gruppe in Rheinland-Pfalz?

Rechtsextremes Neonazi-Trio : Weitere Terror-Gruppe in Rheinland-Pfalz?

Spuren der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle führen angeblich nach Ludwigshafen. Die Ermittlungen hätten außerdem ergeben, dass es in Rheinland-Pfalz eine weitere terroristische Vereinigung gebe.

Das berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Samstag. Die Ermittlungsbehörden und das rheinland-pfälzische Innenministerium widersprachen dem Bericht. Der Neonazi Malte R. soll laut der Zeitung Kontakt zu der Terrorgruppe NSU gehabt haben. Zudem habe er in Ludwigshafen eine maßgebliche Rolle bei der Nazigruppe "Lunara" gespielt und Schießübungen im Ausland organisiert.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte auf dapd-Anfrage, dass zwar Spuren nach Rheinland-Pfalz geprüft werden. Allerdings sei Malte R. bisher nicht Teil des Ermittlungsverfahrens gegen die NSU.

Laut Zeitungsbericht gibt es Ermittlungsdokumente, nach denen Malte R. auch der Brandstiftung an einem Ludwigshafener Wohnhaus verdächtigt wird. Bei dem Feuer im Februar 2008 starben neun türkische Bewohner. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, dass es keine "zureichend tatsächlichen Anhaltspunkte" dafür gebe, dass die NSU etwas mit dem Feuer zu tun gehabt hätte. Dennoch werde allen Hinweisen nachgegangen.

Nach Angaben des Innenministeriums in Mainz gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass es sich bei dem Brand in Ludwigshafen um einen Anschlag gehandelt haben könnte. Dies habe auch das Bundeskriminalamt bestätigt.

Akten wurden neu geprüft

Der Brand hatte damals international für Aufsehen gesorgt, weil die Behörden die Ermittlungen eingestellt haben und nicht von einem ausländerfeindlichen Hintergrund ausgegangen sind. Die genau Ursache des Feuers ist bis heute unbekannt. Bei den Ermittlungen im Zusammenhang mit der von Rechtsterroristen verübten zehn Morde wurden die Akten jedoch erneut geprüft.

Malte R. gilt der Zeitung zufolge als wichtige Figur der militanten rechten Szene in Süddeutschland. Die Ermittler zählten ihn zur internationalen Naziorganisation "Hammerskin Nations" (HSN). Der Ludwigshafener soll auch Kontakte zu dem inzwischen inhaftierten NPD-Funktionär Ralf Wohlleben gehabt haben. Das rheinland-pfälzische Innenministerium hatte Verbindungen der Zwickauer Zelle nach Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit immer verneint.

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(APD)