Missbrauchsskandal: Vorwürfe gegen Erzbischof Zollitsch

Missbrauchsskandal: Vorwürfe gegen Erzbischof Zollitsch

Mainz/Freiburg (RPO). Nun gerät ein hochrangiges Mitglied der katholischen Kirche in Deutschland unter Verdacht: Ein Opfer sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg in den 80er- und 90er-Jahren erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Unterdessen hat das Erzbistum Freiburg die Vorwürfe dementiert.

Über die Vorgänge sei die Gemeinde allerdings erst 1995 informiert worden, nachdem sich der Pfarrer im August 1995 aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen das Leben genommen habe.

Das Erzbistum Freiburg hat Vertuschungsvorwürfe gegen Erzbischof Robert Zollitsch im Zusammenhang mit Fällen sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien mit Blick auf die Fakten haltlos, sagte Sprecher Robert Eberle am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Eberle wies die Vorwürfe zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Die Verantwortlichen des Erzbistums hätten konsequent und umgehend gehandelt. Auch der Freiburger Generalvikar Fridolin Keck wandte sich gegen den Vorwurf der Vertuschung gegen das Erzbistum. Wer dies suggeriere, nehme die Fakten nicht zur Kenntnis und surfe nur auf der "aktuellen Kirchen-Kritik-Trendwelle", teilte er mit.

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Nach "Gerüchten über unsittlichen Kontakt zu Kindern" sei der betreffende Ortspfarrer von Oberharmersbach bei Offenburg 1991 in den Ruhestand versetzt worden, erklärte Keck. Diese Gerüchte hätten sich zunächst nicht erhärten lassen. Bei weiteren Recherchen des Erzbistums hätten sich dann jedoch 1995 insgesamt 17 Opfer gemeldet, so der Generalvikar.

Als die Kirchenleitung dem Geistlichen daraufhin das Einschalten der Staatsanwaltschaft ankündigte, so Keck, habe der Pfarrer Suizid begangen. Die Kirche habe rasch und transparent gehandelt, so der Sprecher. Der Fall sei nicht geeignet, von Vertuschung zu reden.

Keck verwies darauf, dass das Bistum den Opfern damals therapeutische Hilfen angeboten habe. Falls die Betroffenen nun unter den wiederaufkommenden Erinnerungen der Vorfälle litten, werde die Kirche "erneut gezielte Hilfsangebote" machen.

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(DDP/felt)