Villingendorf: Ex-Frau hatte Schützen vorher bereits mehrfach angezeigt

Bluttat in Villingendorf : Schütze hatte vermutlich einen "bewussten Tötungsplan"

Die Ex-Frau des mutmaßlichen Dreifachmörders von Villingendorf hatte diesen vor der Bluttat bereits mehrere Male bei der Polizei angezeigt. Die Ermittler gehen von einem "bewussten Tötungsplan" aus, doch der Verdächtige schweigt.

Bei dem Verbrechen von Villingendorf am Rande des Schwarzwalds gehen die Ermittler von einem "bewussten Tötungsplan" des Verdächtigen aus. Das sagte Oberstaatsanwalt Joachim Dittrich am Mittwoch in Villingendorf. Die Behörde gehe davon aus, dass dem mutmaßlichen Todesschützen Mord mit dem Merkmal der Heimtücke zur Last zu legen sei. Er habe die Ahnungs- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt, sagte Dittrich.

Doch der mutmaßliche Todesschütze hat sich nach Angaben der Ermittler bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Mann wird verdächtigt, am Donnerstag voriger Woche auf einer privaten Einschulungsfeier seinen kleinen Sohn sowie den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen zu haben. Die aus Lettland stammende Mutter des sechs Jahre alten Jungen hatte den Angriff überlebt und sich zu einer Nachbarin gerettet. Unverletzt blieben auch ein dreijähriges Mädchen, das sich während des Überfalls im Haus versteckt hatte, und ein Mann, der wegen Getränkenachschubs die Feier kurzzeitig verlassen hatte.

Zwei Zeugen hatten die Ermittler am Dienstag über den gesuchten Mann informiert. Sie hatten ihn auf der Straße gesehen. Der öffentliche Fahndungsdruck habe zum Ergreifen des Verdächtigen geführt, sagte Straub.

Bei seiner Festnahme hatte der Verdächtige mehrere Taschen dabei. In einer davon war nach dpa-Informationen eine Waffe versteckt, bei der es sich den Vermutungen der Ermittler zufolge um die Tatwaffe handelt. Sie wird im kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes in Stuttgart in Augenschein genommen.

Die Ex-Frau des mutmaßlichen Dreifachmörders hatte diesen vor der Bluttat mehrere Male bei der Polizei angezeigt. Nach dpa-Informationen war deswegen auch ein Gericht eingeschaltet, das ein Annäherungsverbot ausgesprochen hatte. Wer vorsätzlich eine andere Person verletzt, ihr droht oder nachstellt, dem kann mit einem solchen Verbot der Kontakt untersagt werden. Nach Medienberichten hatte der 40-Jährige die Frau bedroht. Dies wollte die Polizei nicht bestätigen.

Der Kroate war der Polizei unter anderem wegen Körperverletzung schon bekannt. Die Ex-Frau des Kroaten und ihr sechsjähriger Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der mutmaßliche Täter hatte seinen letzten gemeldeten Wohnsitz in Mahlstetten (Kreis Tuttlingen) - südöstlich und unweit von Villingendorf.

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(felt)