Verein Berliner Unterwelten legt Fluchttunnel an der Bernauer Straße frei

Für Besucher zugänglich : Berliner Verein legt Fluchttunnel unter früherem Mauerstreifen frei

Ehrenamtler des Vereins Berliner Unterwelten haben viel Arbeit investiert, um den Tunnel für Besucher zugänglich zu machen. Zu dem unterirdischen Gang an der Bernauer Straße führt jetzt ein Besuchertunnel.

Ein neuer Besuchertunnel unter dem früheren Mauerstreifen an der Bernauer Straße in Berlin führt zu einem originalen Fluchttunnel aus dem Jahr 1970/71. Damit ist erstmals einer der Stollen, die Fluchthelfer in den 1960er und 1970er Jahren unter den Grenzanlagen zwischen West- und Ost-Berlin gruben, für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mit der Freilegung des von den DDR-Grenztruppen 1971 entdeckten und zugeschütteten Fluchttunnels und dem Bau des rund 30 Meter langen Besuchertunnels hatte der Verein Berliner Unterwelten vor zwei Jahren begonnen. Die Arbeiten seien überwiegend von Mitgliedern des Vereins in Hunderten ehrenamtlichen Stunden von Hand gemacht worden, sagte Vorstand Dietmar Arnold am Donnerstag in Berlin.

Eröffnet wurde die neue Attraktion unter dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er sprach von einem „besonderen Moment an einem besonderen Ort“. „Hier spiegelt sich wider, dass es diesen ständigen Kampf um Freiheit gab“, sagte Müller.

Der Einstieg in den neuen Besuchertunnel befindet sich in etwa 7,5 Meter Tiefe in einem historischen Gewölbe der früheren Oswald-Berliner-Brauerei in der Brunnenstraße 143, das von den Vereinsmitgliedern ebenfalls freigelegt wurde.

Das Gebiet zwischen den Stadtteilen Gesundbrunnen in West- und Mitte in Ost-Berlin war den Angaben zufolge nach dem Mauerbau ein Brennpunkt von Tunnelfluchten von Ost nach West. Auf einer Länge von 350 Metern wurden die Grenzanlagen sieben Mal untertunnelt. Die meisten wurden zumeist durch Verrat von der Stasi entdeckt und zugeschüttet.

(cka/epd)
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