Verdächtige Briefe in türkischen Generalkonsulaten

Feuerwehreinsatz: Verdächtige Briefe in mehreren türkischen Generalkonsulaten

In den türkischen Generalkonsulaten in Essen und Münster sowie in weiteren Städten sind am Montag Briefe mit verdächtigen Substanzen aufgetaucht. In den Konsulaten konnten Türken in Deutschland bis Sonntag über das von Staatschef Erdogan angestrebte Präsidialsystem abstimmen.

Berichte über Funde von verdächtigen Substanzen lagen der Deutschen Presse-Agentur aus den türkischen Generalkonsulaten in Essen, Münster, Mainz, Hamburg und Hannover vor. Es kam zu teils größeren Polizei- und Feuerwehreinsätzen. An keinem der Orte entpuppte sich die Substanz jedoch als gefährlich. Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass es sich zumindest in einigen Fällen um ein Vitamin-C-Präparat handelte.

In Mainz wurde laut Polizei in einem Brief eine körnerähnliche Substanz ertastet. In Essen war die Rede von kleinen weißen Kügelchen, in Frankfurt, Hannover und Hamburg sprachen die Ermittler von weißem Pulver. In der Regel wurden die Konsulate zur Sicherheit zunächst abgeriegelt, bis Entwarnung gegeben werden konnte.

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Türken in Deutschland hatten bis Sonntag zwei Wochen lang die Möglichkeit, für oder gegen das von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem zu stimmen. Die Stimmabgabe erfolgte unter anderem in den neun türkischen Generalkonsulaten. In der Türkei wird am 16. April abgestimmt. Das Präsidialsystem würde Erdogan deutlich mehr Macht verleihen. Ob die Briefe in einem Zusammenhang mit dem Referendum stehen, war zunächst unklar.

(kess/dpa)