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Urteil in Zwickau: Täter muss vier Jahre in Haft für Anschlag auf Flüchtlingsheim

Urteil in Zwickau : Täter muss vier Jahre in Haft für Anschlag auf Flüchtlingsheim

Nach einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Zwickau ist ein 32 Jahre alter Mann zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Zwickau sprach den geständigen Berufskraftfahrer am Dienstag des versuchten 15-fachen Mordes und der versuchten schweren Brandstiftung schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Familienvater am 22. Mai 2016 zwei Molotowcocktails in das Asylbewerberheim geworfen hatte.

Die Kammer attestierte ihm eine rechte Gesinnung und Nähe zu den so genannten Reichsbürgern. Strafmildernd wertete das Gericht, dass der Angeklagte geständig war, Reue gezeigt hat und nicht vorbestraft war.

Mit seiner Tat habe der Mann unbekannte Menschen Todesgefahr ausgesetzt, hatte Staatsanwalt Jörg Rzehak in seinem Plädoyer gesagt. Er hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf höchstens vier Jahre plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auch in Darmstadt fiel ein Urteil

Zeitgleich zum Urteil in Zwickau ist mehr als ein Jahr nach den Schüssen auf eine Asylbewerberunterkunft im hessischen Dreieich der Haupttäter zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Darmstadt sprach den 28-Jährigen am Dienstag der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz für schuldig. Im Laufe des Verfahrens hatte sich herausgestellt, dass es kein fremdenfeindliches Motiv gegeben hatte.

Vielmehr drehte sich das Ganze um einen Beziehungsstreit, zudem war es zu einer Verwechslung gekommen. Die Männer haben vor Gericht gesagt, es sei um einen "Denkzettel" für einen Nebenbuhler gegangen. Allerdings habe man Informationen über den angeblichen Wohnort des Rivalen falsch verstanden. Bei den Schüssen war im Januar 2016 ein syrischer Flüchtling am Bein leicht verletzt worden.

Der ebenfalls 28 Jahre alte Komplize des Hauptangeklagten muss für dreieinhalb Jahre in Haft, in seinem Fall auch wegen eines Drogendelikts hinter Gittern. Im Fall eines dritten, 27 Jahre alten Angeklagten entschieden sich die Richter für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Tat an sich hatten die Männer schon zu Beginn des Prozesses im Februar eingeräumt. "Es war uns nicht bewusst, dass es ein Flüchtlingsheim ist", hatte einer der Angeklagten betont. Die Angeklagten entschuldigten sich auch bei dem angeschossenen Syrer.

(felt/dpa)