Nach dem Saarland Diese Regionen sind am Mittwoch vom Unwetter betroffen

Offenbach/Saarbrücken · Das Schlimmste ist vorbei. Die vom Pfingst-Hochwasser betroffenen Regionen können etwas aufatmen. Dafür müssen nun Menschen im Nordosten und Norden besonders auf der Hut sein.

Ein Mann geht mit einem Regenschirm vor aufziehenden dunklen Wolken spazieren (Symbolbild).

Ein Mann geht mit einem Regenschirm vor aufziehenden dunklen Wolken spazieren (Symbolbild).

Foto: dpa/Martin Gerten

Aufatmen im Saarland, bange Blicke zum Himmel in anderen Regionen Deutschlands: Nach dem verheerenden Hochwasser über Pfingsten im Saarland gab Landesinnenminister Reinhold Jost (SPD) am Dienstag Entwarnung. Nach neuesten Informationen könne „das Wettergeschehen herabgestuft“ werden, sagte er in Saarbrücken. Noch am Dienstag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem breiten Streifen von Sachsen bis nach Nordrhein-Westfalen vor zum Teil heftigen Gewittern gewarnt. Auch danach geben die Meteorologen noch keine Entwarnung für ganz Deutschland.

Wie ist die Lage im Saarland?

Am Dienstag zeigte sich Saarlands Innenminister vorsichtig optimistisch: Es sei jetzt nur noch „mit einem mäßigen Hochwassergeschehen“ zu rechnen. „Das ist, wie ich finde, eine gute Nachricht“, sagte er mit Blick auf angekündigte weitere Regenfälle. Dennoch seien alle Einsatzkräfte in Reserve „und warten auf einen hoffentlich nicht stattfindenden Einsatz, weil die Wetterlage sich so entwickelt, dass es keine weitere Verschärfung der Lage gibt.“

Am Pfingstwochenende hatten vor allem Menschen im Saarland und im Südwesten von Rheinland-Pfalz gegen Hochwasser und Überschwemmungen gekämpft. Enorme Regenmengen hatten für Überflutungen, Erdrutsche und vollgelaufene Straßen und Keller gesorgt. Im Saarland starb eine 67-Jährige infolge eines Hochwasser-Rettungseinsatzes. Laut Jost starb zudem nach einem Rettungseinsatz ein „Kamerad“ an einem Herzversagen. Es handele sich um ein Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Kreisverband Merzig.

Wie groß sind die Unwetterschäden?

Die Höhe der von Dauerregen und Unwetter verursachten Schäden im Saarland und in Rheinland-Pfalz ist noch unklar. Das Wasser müsse zunächst ganz abgeflossen sein, bevor die Schäden überhaupt begutachtet werden könnten, hieß es beim Gesamtverband der Versicherer (GDV) in Berlin. In Rheinland-Pfalz haben demnach 46 Prozent und im Saarland 47 Prozent eine Versicherung über den Schutz gegen Elementarrisiken wie Starkregen und Hochwasser abgeschlossen. Im Bundesdurchschnitt seien 54 Prozent gegen alle Naturgefahren versichert.

Welche Regionen sind am Mittwoch besonders von Unwettern betroffen?

Der Vorhersage zufolge liegt der Schwerpunkt der Unwetter am Mittwoch von Schleswig-Holstein bis nach Vorpommern und zur Uckermark - also die Regionen im Norden und Nordosten, die bislang nicht von stärkeren Unwettern betroffen waren. „Hier besteht am Mittwoch Unwettergefahr durch Gewitter und kräftige Regenfälle, während der Rest des Landes aufatmen kann“, sagte DWD-Meteorologe Marco Manitta. Es seien Unwetter mit 30 bis 50 Litern Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich.

Nach längerer Entspannung sieht es vorerst nicht aus. „Leider bleibt das Unwetterpotenzial auch in den nächsten Tagen erhöht. Eine längere trockene Witterungsphase ist nicht in Sicht“, sagte Manitta mit Blick auf den Norden und Nordosten. Am Donnerstag rechnet der DWD im Raum Vorpommern noch örtlich mit Stark- oder Dauerregen bei Regenmengen zwischen 20 und 40 Litern pro Quadratmeter in mehreren Stunden.

Wie geht es den Verletzten nach einem Blitzeinschlag in Dresden?

Nachdem am Pfingstmontag am Elbufer in Dresden ein Blitz eingeschlagen war, ist der Gesundheitszustand der vier lebensgefährlich verletzten Menschen weiter unklar. „Uns wird nur mitgeteilt, wenn einer der Betroffenen stirbt“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagnachmittag. Der Gesundheitszustand der Betroffenen unterliege der ärztlichen Schweigepflicht. Bei dem Blitzeinschlag waren zehn Menschen zum Teil schwer verletzt worden.

Wer von einem Blitz getroffen wird, kann schwer verletzt oder getötet werden. In Deutschland gibt es im Jahr durchschnittlich rund 110 Verletzte. Der Extremfall ist selten: Bei Hunderttausenden Blitzen, die alljährlich hierzulande einschlagen, kommt es im Durchschnitt zu vier Todesfällen. Die elektrischen Entladungen können dann gefährlich werden, wenn man sich bei Gewitter unter Bäumen aufhält oder in der Nähe von Gegenständen, die vom Blitz getroffen werden. Der Strom kann dann überspringen. Menschen sollten Schutz in einem Gebäude oder einem geschlossenen Auto suchen, raten Fachleute.

(esch/dpa)
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