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Pubertät: Unruhige Jahre

Pubertät : Unruhige Jahre

(RP). Mit den Augen der Eltern betrachtet, verändern sich ihre Kinder meist ganz plötzlich. Jungen bekommen eine tiefere Stimme und den ersten Oberlippenflaum, bei den Mädchen sprießen die Brüste, und sie haben ihre erste Monatsblutung. Der Körper baut ganz offensichtlich um, und auch die Seele macht einen gewaltigen Satz.

Aus Kindern werden junge Leute mit merkwürdigen Angewohnheiten, gesteigertem Schamgefühl, überdrehten Gefühlsausbrüchen und für Erwachsene unverständlichen Ansichten und Abgrenzungsansinnen. Die erste Liebe ist zu erwarten, die so ernstgenommen wird, dass nichts auf der Welt existentieller erscheint. Diese Zeit des Übergangs, der Umbruch vom Kindsein zum Erwachsenenleben, nennt man schnöde Pubertät.

Wann kommen Kinder heute in die Pubertät? Vor 150 Jahren noch kamen Mädchen erst mit 17 in die Pubertät. Heute in der Regel ab 10 Jahre, Jungen meist etwas später, etwa ab dem 12. Lebensjahr. Wie lange dauert die Pubertät? Normalerweise zwischen zwei oder vier Jahren, das passiert von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Jedenfalls ist sie mit 20 in aller Regel abgeschlossen.

Was löst die Pubertät aus? Der Startschuss fällt im Gehirn schon im Alter von acht Jahren, ohne dass die Kinder etwas davon merken. Im Hypothalamus, dem Bereich des Zwischenhirns, in dem die vegetativen Funktionen des Körpers gesteuert werden, wird ein Protein produziert, das die Hirnanhangdrüse zur Hormonausschüttung stimuliert. Das sogenannte luteinisierende Hormon (LH) sowie das follikelstimulierende Hormon (FSH) gelangen in den Blutkreislauf und lösen die unterschiedlichen körperlichen Veränderungen aus. Diese beiden Hormone wirken in den Keimdrüsen der Kinder, den Eierstöcken und den Hoden. Was passiert dann? Beim Mädchen reifen die Eizellen, beim Jungen werden Samenzellen produziert; außerdem beginnt die Produktion der Sexualhormone — der Östrogene und des Testosterons. Ab wann können Jugendliche selber Eltern werden? Mit dem ersten Eisprung, der unter Umständen erst nach einigen unauffälligen Monatsblutungen einsetzen kann, wird das Mädchen geschlechtsreif und empfängnisbereit. Der Junge wird fortpflanzungsfähig mit dem ersten Samenerguss, dem Ergüsse ohne Samen vorausgehen können. Wodurch entstehen die äußerlichen Veränderungen? Sexualhormone fördern auch die Produktion von Wachstumshormonen, daher schießen während der Pubertät die Kinder in die Höhe. Die Sexualhormone sind auch für die Pickel verantwortlich, denn sie beeinflussen die Haut, indem sie die Talgdrüsen anregen. Das Hautbild wird gröber, Bakterien können sich in den Poren einnisten, wodurch die typischen Pickelgesichter entstehen, die die Pubertät peinlicherweise kennzeichnen.

(RP)