Unicef-Studie: Deutsche Familienfreundlichkeit landet auf sechstem Platz

Unicef-Studie zeigt : Deutsche Familienfreundlichkeit landet auf sechstem Platz

Schweden belegte den ersten Platz. Dort gibt es laut dem Bericht 35 Wochen Elternzeit bei vollem Gehalt und die Betreuungsquote liegt bei 97 Prozent. In Deutschland werden 92 Prozent der aller Drei- bis Sechsjährigen im Kindergarten betreut.

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert Deutschland nach einer neuen Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem sechsten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gebe es in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island, hieß es in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht.

Ebenfalls in die Top Ten schafften es Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Das Schlusslicht der insgesamt 31 untersuchten Länder bildeten Zypern, Griechenland und die Schweiz.

Für den Bericht hat Unicef unter anderem das Angebot an bezahltem Mutter- und Vaterschaftsurlaub sowie den Anteil von Kleinkindern in Betreuungsangeboten ausgewertet.

„Wir brauchen Regierungen, die Eltern dabei unterstützen, ein Umfeld für die Pflege von Kleinkindern zu schaffen“, mahnte die Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Unicef befürworte mindestens sechs Monate Elternzeit und einen universellen Zugang zu hochwertiger, bezahlbarer Kinderbetreuung von der Geburt bis zur Einschulung.

Die Wissenschaftler stützen sich den Angaben zufolge auf Zahlen von 2016, um den Grad familienfreundlicher Politik in den 41 reichsten Ländern zu vergleichen.

Die Kategorien waren die Dauer der Elternzeit bei vollem Gehalt und der Anteil exklusiver Väter-Monate. Ferner betrachteten die Forscher nationale Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und jene für Mädchen und Jungen von drei bis sechs Jahren.

In Schweden gibt es laut Bericht 35 Wochen Elternzeit bei vollem Gehalt (Rang 17). Rund elf Wochen seien den Vätern vorbehalten (Rang 4). Rund die Hälfte aller unterdreijährigen Kinder belegten einen Betreuungsplatz (Rang 5). Bei den Kindern zwischen drei und sechs Jahren liege die Betreuungsquote bei etwa 97 Prozent.

In Deutschland verfügten Eltern über 43 Wochen Elternzeit (Rang 12), hieß es. Der Väter-Wochen-Anteil liege bei 5,7 Wochen (Rang 10). Rund ein Drittel der Unterdreijährigen seien regelmäßig in Betreuungseinrichtungen (Rang 13). 92 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen gingen in einen Kindergarten (Rang 12).

Estland bietet Müttern laut Studie mit 85 Wochen den längsten bezahlten Mutterschutz, gefolgt von Ungarn (72 Wochen) und Bulgarien (61 Wochen). Die USA seien das einzige in die Analyse einbezogene Land, in dem es keine nationale Richtlinie für bezahlte Elternzeit gebe, hieß es.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hob angesichts der Studie „positive Entwicklungen“ in der Bundesrepublik hervor. „Wir setzen mit all unseren Maßnahmen auf Partnerschaftlichkeit, Chancengerechtigkeit und Vereinbarkeit und treffen damit in den Familien offensichtlich einen Nerv.“

Das „Starke-Familien-Gesetz“ böte die Grundlage für eine künftige Kindergrundsicherung. „Einerseits braucht es eine individuelle Geldleistung für die Familien und andererseits eine starke institutionelle Förderung mit guter Betreuung in Kita, Schule, Hort und Jugendarbeit“, erklärte Giffey.

(jms/dpa/kna)
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