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Unesco: Bierbrauen und Friedhofskultur künftig immaterielles Kulturerbe

Deutsche Unesco-Kommission : Bierbrauen und Friedhofskultur künftig immaterielles Kulturerbe

Das handwerkliche Bierbrauen und die deutsche Friedhofskultur zählen künftig zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das bestätigten die Kulturministerkonferenz (KMK) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag in Berlin auf Empfehlung des Expertenkomitees der Deutschen Unesco-Kommission.

Zu den weiteren Kulturformen gehören demnach die Süddeutsche Wander- und Hüteschäferei, die Nutzung bäuerlicher Gemeinschaftswälder im Steigerwald und angrenzenden Regionen, die Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift, der Brauch des „Martensmann“ sowie der „Grasedanz“ im Harz.

Zudem bestätigte die KMK die Nominierung des modernen und zeitgenössischen Tanzes sowie die Beteiligung Deutschlands an den multinationalen Nominierungen der Flößerei und der manuellen Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas für die weltweiten Unesco-Listen des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Dazu müssen die Kulturformen bereits im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland gelistet sein. Sie umfasst derzeit über 100 Kulturformen.

Die Friedhofskultur in Deutschland beinhaltet nach Unesco-Angaben „die Friedhofsgestaltung, Bestattungspraxis sowie Trauer- und Erinnerungsrituale“. Damit verbundene handwerkliche Techniken und Praktiken erhielten diese Kulturform und sorgten für die Pflege der Friedhöfe. „Die Friedhöfe sind als naturnahe Orte der Erinnerungskultur heute zugleich Abbilder einer pluralistischen Gesellschaft“, hieß es in der Erläuterung.

Mit Blick auf das Bierbrauen verwies die Unesco vor allem auf die regionale Verwurzelung, die „zu einer engen Bindung der Menschen“ beitrage und „durch gemeinschaftliche Rituale wie Feste, Stammtische und durch Vereine noch verstärkt wird“.

Der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz und bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler (CSU), sagte, dass Engagement und Enthusiasmus für die Pflege und Weitergabe des Immateriellen Kulturerbes einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisteten. „Gerade in den heutigen Zeiten brauchen wir identitätsstiftende Elemente wie Traditionen und Bräuche, aber auch deren lebendige Weiterentwicklung“, so Silbler. Grütters sah in den Neuaufnahmen einen „eindrucksvolle Beleg für den kulturellen Facettenreichtum in Deutschland“

(c-st/kna)