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Offenbar Brandstiftung in Hannover: Unbekannter stirbt in den Flammen

Offenbar Brandstiftung in Hannover : Unbekannter stirbt in den Flammen

Hannover (RPO). Bei einem vorsätzlich gelegten Brand in Hannover sind in der Nacht zum Dienstag ein Mann ums Leben gekommen und sechs weitere Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Wie Polizei und Feuerwehr mitteilten, war das Feuer in einem arabischen Café des Wohn- und Geschäftshauses ausgebrochen und hat offenbar auch eine Verpuffung ausgelöst.

Der in den Flammen ums Leben gekommene 29-jährige Pächter des Lokals wird nach Polizeiangaben verdächtigt, das Feuer selbst mit Hilfe eines Brandbeschleunigers gelegt zu haben.

Anwohner seien gegen 01.40 Uhr von einem lauten Knall geweckt worden und hätten daraufhin Feuerschein aus dem Erdgeschoss wahrgenommen, sagte eine Polizeisprecherin. Beim Eintreffen der Polizei hätten die beiden untersten Geschosse bereits lichterloh gebrannt, der Rauch breitete sich in dem gesamten Gebäude aus. Der Tote wurde im ersten Stock des Hauses gefunden und konnte erst nach Stunden als der Pächter des Cafés identifiziert werden, das sich über das Erdgeschoss und den ersten Stock erstreckte.

"Opfer und Täter sind offenbar ein und dieselbe Person", sagte die Polizeisprecherin nach den ersten Untersuchungen der Brandermittler vor Ort. Der Mann soll sich, nachdem der letzte Gast gegangen sei, alleine in dem Café befunden haben.

Zwei Bewohner in kritischem Zustand

Zwei weitere Bewohner wurden von den Rettungskräften schwerverletzt im Flur des zweiten Stocks geborgen. Der 39-jährige Mann und die Frau noch unbekannten Alters schwebten den Angaben zufolge am Nachmittag weiter in akuter Lebensgefahr. Sie erlitten nach Auskunft der Feuerwehr schwere Rauchgasvergiftungen. Außerdem gab es vier Leichtverletzte, die mit einer Ausnahme nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Nur ein siebenjähriges Mädchen blieb zur Beobachtung noch stationär in der Klinik.

Das Feuer wurde nach mehreren Stunden am frühen Morgen gegen 05.30 Uhr gelöscht, an der Brandbekämpfung waren 104 Einsatzkräfte beteiligt. Der Sachschaden wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt. Das Gebäude konnte von den Ermittlern erst am späten Vormittag betreten werden, nachdem klar war, dass keine Einsturzgefahr besteht. Zu der Verpuffung kam es nach ersten Erkenntnissen, als sich der Brandbeschleuniger entzündete oder von dem Täter entzündet wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ein Toter bei Wohnungsbrand in Hannover

(DDP/spo)