Umweltsau-Lied: Comedy-Autoren kritisieren Tom Buhrow

#Omagate : Comedy-Autoren kritisieren Buhrow wegen Reaktion auf „Umweltsau“-Lied

Deutsche Comedy-Autoren fordern den WDR auf, das satirische „Umweltsau“-Video wieder ins Netz zu stellen. „Der Streit um das Lied entbehrt jeder rationalen Grundlage“, heißt es in einem Appell, der von rund 40 Autorinnen und Autoren unterzeichnet wurde.

Das berichtet der Evangelischen Pressedienst (epd), dem das Schreiben vorliegt. Darin erklären sich die Autoren solidarisch mit ihren Kollegen beim WDR, die vom Sender „aufs Fahrlässigste alleingelassen“ würden.

Die Skandalisierung des Liedes folge gut bekannten Mustern rechter Internet-Trolle, führen die Satiriker aus. WDR-Intendant Tom Buhrow sei mit seiner Reaktion auf den „künstlich erzeugten Skandal“ um das Lied in eine Falle getappt, aus der er ohne massiven Glaubwürdigkeitsverlust nicht mehr herauskomme. „Ein Medienmanager, dessen Umgang mit moderner, rechter Propaganda von so viel Naivität und Ungeschicktheit zeugt und der nicht in der Lage ist, sich in einfachsten Fragen der Presse- und Meinungsfreiheit vor seine MitarbeiterInnen zu stellen, gefährdet eben diese Freiheiten“, heißt es in der Erklärung, die unter anderem Autoren der ZDF-„heute-show“ und der NDR-Sendung „Extra3“ unterzeichnet haben.

Die Kontroverse hatte sich an einer satirischen Umdichtung des Kinderlieds „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ entzündet. Darin wird die Oma, als „alte Umweltsau“ bezeichnet, weil sie einen SUV fährt, Kreuzfahrten macht und täglich billiges Discounterfleisch brät. Der Sender löschte die Ende Dezember von WDR2 bei Facebook verbreitete Kinderchor-Aufnahme nach Kritik unter anderem in sozialen Medien.

Buhrow hatte sich für das Video entschuldigt, was unter anderem der Deutschen Journalisten-Verband (DJV) kritisiert hatte. Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ verteidigte sich der WDR-Intendant erneut gegen den Vorwurf, er sei im Streit um das Video vor rechten Kreisen eingeknickt. Buhrows Vorgehen hatte auch für Kritik der Redakteursvertretung im WDR gesorgt, die für Dienstag eine außerordentliche Versammlung der Redakteure zu dem Fall einberufen hat. Das Lied war vor einigen Monaten bereits als Radiobeitrag in der WDR5-Sendung „Satire Deluxe“ gelaufen, hatte damals jedoch keine größeren Reaktionen ausgelöst.

Rechte Gruppen hatten wegen des Videos am Wochenende in Köln gegen den WDR protestiert. Zu einer Kundgebung am Samstag kamen rund 50 Personen, zu der Gegenkundgebung des Bündnisses „Köln gegen Rechts“ etwa 1.500 Menschen. Am Sonntag stellte die Kölner Polizei fünf Männer, die ein Protestbanner auf dem Dach des WDR-Funkhauses angebracht hatten. Dabei handelte es sich offenbar um Anhänger der „Identitären Bewegung“.

(zim/epd)