Obacht! Die Sommerzeit beginnt am Sonntag: Uhren werden umgestellt - eine Stunde weniger Schlaf

Obacht! Die Sommerzeit beginnt am Sonntag : Uhren werden umgestellt - eine Stunde weniger Schlaf

Wer am Sonntag pünktlich bei Sportterminen, im Gottesdienst oder gar auf der Arbeit sein will, sollte genauer als sonst auf die Uhrzeit achten. Denn in der Nacht werden wieder die Uhren umgestellt.

An diesem Wochenende beginnt die Sommerzeit. In der Nacht zu Sonntag springen die Uhrzeiger um 2.00 auf 3.00 Uhr vor. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf in dieser Nacht, dafür bleibt es bis zum letzten Oktoberwochenende abends länger hell.

"Es ist alles vorbereitet, wir erwarten keine Probleme", sagte Andreas Bauch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig am FreitagDie PTB ist per Gesetz für die Zeit zuständig.

Die Wissenschaftler programmieren den Sender in Mainflingen bei Frankfurt am Main, der das Signal für die Funkuhren im größten Teil Europas aussendet. Mechanische Uhren müssen per Hand umgestellt werden. Die Sommerzeit wurde 1980 in Deutschland eingeführt, um Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen.

Fluggästen mit Start oder Landung in der Türkei droht in diesem Jahr Verwirrung wegen der verspäteten Zeitumstellung in dem Land.
Nachdem die türkische Regierung den Beginn der Sommerzeit aufgrund landesweiter Aufnahmetests für die Hochschulen auf Montag verlegt habe, könnten Zeitangaben für Flüge am Sonntag falsch sein, warnt die Fluggesellschaft Turkish Airlines in einem Reisehinweis auf ihrer Internetseite. Die Lufthansa hat diese Abweichung nach eigenen Angaben aber problemlos in ihr Informationssystem integriert.

Für die Deutsche Bahn ist die Zeitumstellung längst Routine. Insgesamt rund 120.000 Uhren in Bahnhöfen, Diensträumen und Automaten werden laut Bahn am Sonntag umgestellt. Bei den Nachtreisezügen werden die nächtlichen Aufenthalte wegen der fehlenden Stunde entsprechend gekürzt oder sie kommen am Sonntag etwas verspätet ans Ziel.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt - und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht. Nach Ansicht von Kritikern sind allerdings dadurch entstehende Energiespareffekte kaum nachweisbar. So wird laut Umweltbundesamt (UBA) abends zwar weniger häufig das Licht angeknipst, dafür wird im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden aber auch mehr geheizt.

Zudem kann bei sensiblen Menschen die Zeitumstellung die "innere Uhr" durcheinander bringen, was vorübergehend zu Müdigkeit und Schlafstörungen führen kann. Jeder Vierte kämpft laut einer Umfrage nach der Umstellung mit Problemen. Auch für Autofahrer kann die Zeitumstellung Ungemach mit sich bringen: Weil sie eine Stunde früher und damit oft noch in der Dämmerung unterwegs sind, sollten sie in den kommenden Wochen besonders achtsam sein. Denn durch den Wildwechsel in der Morgendämmerung steigt die Unfallgefahr.

Grundlage für die Zeitumstellung ist eine EU-weite Regelung, wonach die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in allen Mitgliedstaaten jeweils am letzten Sonntag im März beginnt und am letzten Sonntag im Oktober endet.

>>>PTB beantwortet Fragen zur Zeit

>>>Turkish Airlines Reisehinweis

Hier geht es zur Infostrecke: Sommerzeit - die wichtigsten Tipps

(dpa/AFP)
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