Vom Niederrhein über Düsseldorf Richtung Köln Hier können Sie das historische U-Boot U17 auf dem Rhein sehen

Speyer/Sinsheim · Ein historisches U-Boot soll von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden. Der komplizierte Weg des 500-Tonnen-Koloss führt auch über Düsseldorf und Köln. Im Netz kann man die Stationen live verfolgen. Was hinter dem Projekt steht.

U-Boot U17 auf dem Rhein durch NRW - Bilder
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U-Boot auf letzter Reise – U17 im Rhein in NRW

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Foto: Bretz, Andreas (abr)

Wer schon immer mal ein U-Boot live sehen wollte, hat jetzt die Möglichkeit dazu. Denn die U17 fährt auf ihrem Weg nach Sinsheim über den Rhein. Am Freitag, dem 12. Mai geht es los mit der „Rhein-Passage“ des U-Boots (die Bilder aus NRW sehen Sie hier) . Und der fast 50 Meter lange und 500 Tonnen schwere Koloss kann am frühen Freitagmorgen am ganzen Niederrhein beobachtet werden. Gegen Vormittag wird das U-Boot in Rees erwartet, nachdem es in Nimwegen gegen 6 Uhr morgens gestartet sein wird. Die Ankunft in Duisburg ist für 17 Uhr bis 18 Uhr geplant, wie aus dem vorläufigen Zeitplan hervorgeht, den die Technik-Museen auf ihrer Homepage veröffentlicht haben. Nach einer „Verschnaufpause“ in Duisburg geht es dann am 13. Mai früh morgens gegen 6 Uhr weiter in Richtung Düsseldorf, dann weiter nach Köln, wo das U-Boot auch die Nacht auf Sonntag verbringen wird, an der Anlegestelle an der Bastei in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom.

Dann geht es am Sonntag weiter den Mittelrhein hinunter über das deutsche Eck in Koblenz mit Übernachtungsstopp in Lahnstein. Von dort geht es Montag weiter in Richtung Mainz, dort legt das Ponton am Montag, den 15. Mai gegen 17 Uhr an. Am Dienstag, den 16. Mai wird die U17 schließlich nach Mannheim transportiert und erreicht den Naturhafen in Speyer schließlich am Mittwoch, den 17. Mai. Das Ziel, das Technikmuseum Speyer wird letztendlich am 21. Mai anvisiert.

Bereits am 1. Mai kam das U-Boot in Dordrecht in den Niederlanden an. Nach Angaben der Technik-Museen Sinsheim und Speyer soll U17 bis zum 11. Mai dort bleiben und auf seine Reise über den Rhein vorbereitet werden. U17 fährt nicht selbst, sondern wird mithilfe einer schwimmenden Plattform transportiert. „Dies wird ein Transport an der Grenze zum Machbaren“, sagt der Präsident des Technik-Museums über das Vorhaben.

In Speyer angekommen, legt U17 erst einmal im Naturhafen an und fährt dann auf einem Schwerlasttransport in Schrittgeschwindigkeit in Richtung Technik-Museum. Dort soll es ausgestellt werden. In einer Werkstatt werden alle Parameter für den Weitertransport nach Sinsheim geprüft und entsprechende Vorbereitungen getroffen. Für die nächsten Streckenabschnitte soll das U-Boot leichter und drehbarer gemacht werden. Dafür sollen etwa 100 Tonnen Batterien aus dem Boot ausgebaut und die Motoren fixiert werden.

Bereits 2017 meldete der Auto-Technik-Museum-Verein Interesse beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr auf Übernahme eines Unterseebootes an. Die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte zu. „Das war eine tolle Nachricht. Wir wussten, dass es einige Firmen gab, die Interesse an den ausgemusterten U-Booten haben, um sie einer Verschrottung zuzuführen. Und das wäre furchtbar schade“, bemerkt Präsident Layher. „Dieser Metall-Koloss ist geradezu perfekt für das Museum – er ist eine Weiterentwicklung des in Speyer ausgestellten U-Bootes U9.“

Der genaue Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • 11. Mai: Dordrecht - Nijmegen
  • 12. Mai: Nijmegen - Duisburg (Mercator Insel im Hafenmund)
  • 13. Mai: Duisburg - Köln (Landebrücke an der Bastei)
  • 14. Mai: Transport an Bonn und Koblenz vorbei nach Lahnstein (Anlegestelle bei Rheinkilometer 585)
  • 15. Mai: Lahnstein - Mainz (Zollhafen / Südmole bei Rheinkilometer 500)
  • 16. Mai: Transport von Mainz nach Mannheim
  • 17. Mai: Ankunft im Naturhafen Speyer
  • 21. Mai: Straßentransport ins Technik Museum Speyer

Das U-Boot U17 hat eine bewegte Geschichte: Gemeinsam mit U26 war es das erste deutsche U-Boot in amerikanischen Gewässern nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem war es das erste U-Boot, das in den Hafen von Baltimore einlief, nachdem dort das letzte U-Boot im Jahr 1916 (U-Deutschland) ankerte. Am 14. Dezember 2010 wurde U17 dann in Eckernförde ausgemustert.

Das Museum in Speyer hat mit Großtransporten Erfahrung. Im April 2008 gelangte der sowjetische Raumgleiter Buran über den Rhein ins Museum, entlang des Rheins tummelten sich damals Hunderttausende Schaulustige.

(PS/mja)
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