1. Panorama
  2. Deutschland

Vater nach Flucht gefasst und geständig: Tragödie: Mutter getötet, Baby hilflos zurückgelassen

Vater nach Flucht gefasst und geständig : Tragödie: Mutter getötet, Baby hilflos zurückgelassen

Krefeld (rpo). Der Krefelder Kriminal-Fall um die Entdeckung einer schon verwesenden Frauenleiche neben ihrer hilflosen sieben Monate alten Tochter ist offenbar gelöst. Der Vater ist geständig.

<

p class="text"><P>Krefeld (rpo). Der Krefelder Kriminal-Fall um die Entdeckung einer schon verwesenden Frauenleiche neben ihrer hilflosen sieben Monate alten Tochter ist offenbar gelöst. Der Vater ist geständig.

<

p class="text">Der 24-jähriger Familienvater soll in Krefeld seine geschiedene Frau im Streit getötet und das gemeinsame sieben Monate alte Kind einfach hilflos bei der Leiche zurückgelassen haben. Erst nach sieben Tagen wurden das völlig entkräftete Kind und die bereits in Verwesung übergegangene Leiche seiner Mutter entdeckt. Gegen den geständigen 24-jährigen erging inzwischen Haftbefehl wegen Totschlages an der Mutter und versuchtem Mord an dem Kind.

<

p class="text">Das Kind schwebte am Dienstag noch in Lebensgefahr. Doch wachse inzwischen auf Grund der intensivmedizinischen Betreuung die Hoffnung, dass es überlebe, sagte Polizeipräsident Dieter Friedrich.

<

p class="text">Samantha hilflos zurückgelassen

<

p class="text">Die Tragödie um die sieben Monate alte Samantha hatte nach den Ermittlungen der Polizei am Rosenmontag begonnen. An diesem Tag habe die lebenslustige Frau ihrem Ex-Mann nach mehrjährigem Hin und Her in der Beziehung endgültig den Laufpass geben wollen. Daraufhin sei der 24-Jährige ausgerastet, habe sie zu Boden geworfen und ihr schließlich so lange die Luft abgedrückt bis sie starb. Die Leiche drapierte er halb nacktim Schlafzimmer, um eine Vergewaltigung vorzutäuschen. Dann floh er aus der Wohnung.

<

p class="text">Die sieben Monate alte Samantha ließ er hilflos in der Wohnung zurück. Erst als die Nachbarn eine Woche später wegen des immer stärker werdenden Verwesungsgeruchs die Polizei alarmierten und Beamte die Tür eintraten, entdeckten sie das hilflose Kind. Das es das siebentägige Martyrium überlebte, grenzt für den sofort alarmierten Notarzt an ein Wunder. "Eine solchen Zustand kennen wir sonst nur in Afrika", sagte Notarzt Uli Lenssen. "Das Kind hat nicht mehr geweint. Es war sehr ruhig. Die Augen waren noch offen." Es habe wohl schon die letzten Tage nicht mehr die Kraft gehabt, um zu schreien.

<

p class="text">Keine konkreten Beweise

<

p class="text">Der Vater hat nach Meinung des Krefelder Staatsanwaltes Otto Nothemann nicht an sein Kind, sondern in erster LInie an sich selbst gedacht. Er habe versucht, seine Spuren zu verwischen und dabei die Polizei mit erfundenen Geschichten immer wieder in die Irre geführt und raschere Hilfe für das Kind verhindert. Das die Polizei ihm dann doch noch auf die Spur kam, lag nach Angaben des Leiters der Ermittlungskommission, Gerd Hoppmann, vor allem am Gespür der Fahnder. Denn als die Leiche entdeckt wurde, war die Verwesung schon so weit fortgeschritten, dass es keine konkreten Beweise für eine Verbrechen mehr zu finden waren. Doch verwickelte sich der 24-Jährige bei seiner Vernehmung in Widersprüche und gestand schließlich die Tat.

<

p class="text">Zuvor hatte er allerdings noch mehrfach versucht jeden Verdacht von sich abzulenken. So berichtete er Freunden und Verwandten von einem neuen Freund seiner Ex-Frau, der ihn aus der Wohnung geworfen habe. Und ging mit Verwandten sogar zur Wohnung, um vergeblich an der Tür zu schellen und so seine Besorgnis unter Beweis zu stellen. Der von ihm ebenfalls herbeigerufenen Polizei erzählte er allerdings nach Angaben der Beamten, dass seine Frau oftmals Tage lang mit dem Kind unterwegs sei, und dass er bei einem Anruf auf ihrem Handy das Besetztzeichen erhalten habe. Auch eine Selbstmordgefährdung der Mutter habe er ausdrücklich verneint.

Die Polizisten hätten deshalb keinen Grund gesehen, gewaltsam in die Wohnung einzudringen, betonte die Polizei. So dauerte das Leiden des Kindes noch Tage lang.