Deutsche Wildtier-Stiftung Igel ist Tier des Jahres 2024

Hamburg · Das gefährdete Tier folgt auf den Gartenschläfer, der im letzten Jahr von den Spendern der Deutsche Wildtier-Stiftung gewählt wurde.

Die Deutsche Wildtier-Stiftung (DWS) hat den Igel zum Tier des Jahres 2024 ausgerufen. Er folgt auf den Gartenschläfer, wie die Stiftung am Montag in Hamburg mitteilte. Über den Titel haben demnach die Spenderinnen und Spender der Stiftung entschieden. Sie hätten den Igel auf Platz eins vor Eichhörnchen und Rotfuchs gewählt.

„Damit hat ein Wildtier die Wahl zum Tier des Jahres gewonnen, das wohl jedes Kind kennt - das es aber in unserer Kulturlandschaft immer schwerer hat“, sagte Stiftungsvorstand Klaus Hackländer. Der Igel finde immer weniger Lebensraum. Auf dem Land fehlten heute oft Hecken und Magerwiesen, in Wohngebieten gebe es vermehrt sterile Schottergärten.

Wie viele Igel es in Deutschland gibt, ist laut der Stiftung unbekannt. Offenbar nehme ihr Bestand schleichend ab. Vom Bundesamt für Naturschutz heißt es: „Langzeitzählungen überfahrener Igel in Bayern über einen Zeitraum von fast 40 Jahren zeigen einen stetigen Rückgang der Funde auf etwa ein Fünftel der 1976 vorhandenen Bestände.“ Vergleichbare Zählungen aus dem übrigen Bundesgebiet gebe es nicht. Gelegenheitsbeobachtungen aus Nordrhein-Westfalen deuteten jedoch ebenfalls auf einen Rückgang des Igels hin. Aktuell führt ihn die Rote Liste in der Kategorie „Vorwarnliste“.

Igel ist übrigens nicht gleich Igel. Denn es gibt in der Bundesrepublik wohl zwei Arten des Stachelwesens. Jene Art, die jetzt zum Jahrestier gewählt wurde, heißt mit vollem Namen Braunbrustigel. An Deutschlands Ostgrenze – ob nur jen- oder auch diesseits, ist unklar – lebt zudem der Weißbrustigel. Die Arten unterscheiden sich, nomen est omen, durch die Färbung ihres Fells voneinander.

Beiden Arten können Gartenbesitzer leicht helfen: „Igel mögen wilde Ecken, in denen sich Insekten, Spinnen und Würmer tummeln“, informiert die Wildtier-Stiftung. „Haufen aus Laub und Reisig dienen ihnen als Versteck.“ Was Igel nicht brauchen: undurchlässige Zäune und Mauern, die ihre Wanderungen behindern, Mähroboter, die sie verstümmeln können, sowie Pestizide a la Schneckenkorn, die sie vergiften.

Der igel ist das Tier des Jahres 2024. (Symbolbild)

Der igel ist das Tier des Jahres 2024. (Symbolbild)

Foto: dpa/Matthias Bein

Auch Milch ist für Igel tabu, wie der bayerische Naturschutzverband LBV warnt. „Sie bekommen davon Durchfall, der bis zum Tod führen kann.“ Als Futter eigne sich ein Mix aus Katzenfutter und Weizenkleie oder Haferflocken.

(albo/kna)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort