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Amoklauf in Finnland: "Sturmgeist89" erliegt seinen Verletzungen

Amoklauf in Finnland : "Sturmgeist89" erliegt seinen Verletzungen

Tuusula (RPO). Er nannte sich "Sturmgeist89", verehrte Adolf Hitler - und richtete in einer finnischen Schule ein Blutbad an. Acht Menschen starben durch die Hand des Abiturienten, zehn Menschen wurden verletzt. Nach seinem Amoklauf wollte sich der 18-Jährigeselbst das Leben nehmen - am Abend erlag er seinen Verletzungen.

Acht Menschen erschossen, zehn verletzt - das ist die Bilanz des Amoklaufs des 18-Jährigen am Jokela-Gymnasium in Tuusula, rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Helsinki. Seine Tat hatte er zuvor in einem Video im Internet unter dem deutschsprachigen Pseudonym "Sturmgeist89" angekündigt. In dem skandinavischen Land hatte es einen derartigen Amokauf noch nicht gegeben. Regierungschef Matti Vanhanen sprach von einer "Tragödie".

Berichten von Augenzeugen und der Polizei zufolge zog der Täter um 11.45 Uhr Ortszeit im Mehrzweckraum der Schule eine Neun-Millimeter-Waffe vom Typ Sig Sauer und feuerte in alle Richtungen. Um sich in Sicherheit zu bringen, sprangen Schüler und Lehrer durch die Fenster und verletzten sich durch Glassplitter.

Bei den Opfern handelt es sich laut der Polizei um fünf Jungen, zwei Mädchen und die Leiterin der Schule. Der Amokläufer brachte sich selbst einen Kopfschuss bei, überlebte seine Bluttat aber noch einige Stunden.

Die Polizei bestätigte, dass der Gymnasiast das Blutbad in der Schule mit 500 Schülern in einem Film im Internet-Portal YouTube angedeutet hatte. Unter dem Pseudonym "Sturmgeist89" hatte er ein Video mit dem Titel "Jokela Gymnasium Massaker 7. November 2007" veröffentlicht.

Die Polizei teilte weiter mit, der Täter komme aus einer "normalen", vierköpfigen Familie. Er habe keinerlei Probleme in der Schule gehabt. Auf YouTube bezeichnete "Sturmgeist89" sich als "zynischen Existenzialisten" und "menschenunfreundlichen Humanisten".

Er werde alle vernichten, die "der menschlichen Rasse unwürdig" seien und sei bereit, für seine Sache zu sterben. In einem seiner Filme, die YouTube am Mittwoch aus dem Internet entfernte, trug der 18-Jährige ein T-Shirt mit dem englischsprachigen Motto "Die Menschheit wird überbewertet".

Er posierte mit einer Waffe, deren Typ mit der bei der Schießerei in der Schule verwendeten übereinstimmt. Außerdem zollte der jugendliche Täter den Amokläufern der Columbine-Highschool in den USA 1999 und anderen Massenmördern Respekt.

Sein Profil auf YouTube endete mit den Worten: "Und denk daran, dies sind mein Krieg, meine Ideen und meine Pläne... Beschuldige nicht meine Eltern oder meine Freunde." Er habe niemandem von seinem Vorhaben erzählt. Das Jokela-Gymnasium bleibt am Donnerstag geschlossen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Amoklauf an finnischer Schule

(afp)