Studie: Ostdeutschland stirbt aus

Bevölkerungsentwicklung: Studie: Ostdeutschland stirbt aus

Abwanderung und wenige Geburten haben dafür gesorgt, dass die Bevölkerung Ostdeutschlands in den 25 Jahren seit der Wiedervereinigung drastisch geschrumpft ist.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes leben heute noch rund 12,5 Millionen Menschen in den fünf neuen Bundesländern (ohne Berlin). Das sind 2,3 Millionen weniger als zu Zeiten der Wiedervereinigung vor 25 Jahren.
Allein durch Abwanderung in die alten Bundesländer - und zwar als Differenz zwischen Wegzug und Zuzug - verloren die Ost-Bundesländer effektiv rund 1,2 Millionen Einwohner, wie die Statistiker errechneten.

Bis 2030, so die Prognose, könnten es nur noch etwa 11 Millionen Einwohner zwischen Rostock und Suhl sein. Grund sind unter anderem die vielen weggezogenen jungen Frauen in der Generation, die einige Jahre vor und nach der Wiedervereinigung geboren wurde. Bezogen auf die Zahl der Geburten pro Frau hat der Osten inzwischen mit dem Westen etwa gleichgezogen und kommt auf einen Durchschnittswert zwischen 1,4 und 1,5 Kinder pro Frau. 1994 war die Geburtenrate nur halb so hoch.

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In den Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung ist Berlin nicht berücksichtigt. Die Bundeshauptstadt gilt als Magnet auch für junge Ostdeutsche.

Dass es derzeit kaum noch Einwohnerverluste durch Abwanderung in Ostdeutschland gibt, sei auch den geburtenschwachen Jahrgängen geschuldet, heißt es in der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes: "Da die besonders mobile junge Bevölkerung in den neuen Ländern zahlenmäßig stark abnimmt und sich somit das Abwanderungspotenzial reduziert, wird auch die Ost-West-Wanderung geringer ausfallen."

(dpa)