Ströbele kritisiert Deutsche Bahn - Probleme bei Einstieg mit Rollator

Probleme bei Einstieg mit Rollator : Grünen-Urgestein Ströbele legt sich nach Reise mit Deutscher Bahn an

Er wollte mit der Deutschen Bahn und seinem Rollator verreisen. Doch Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele erlebte auf dem Weg in die Weihnachtsferien einen kleinen Horror-Trip. Für die Bahn kommt der neue Fall mal wieder zur Unzeit.

Die Deutsche Bahn kommt derzeit aus den Negativ-Schlagzeilen einfach nicht heraus. Nachdem erst am Montag eine Frau aus München schwere Vorwürfe gegen die Bahn wegen einer verweigerten Einstiegshilfe einer Zugbegleiterin erhoben hatte, hat sich nun auch Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele geäußert und einen ähnlichen Vorfall geschildert.

 Das 80 Jahre alte Urgestein der Grünen, das bis 2017 im Deutschen Bundestag saß, war während der Weihnachtsfeiertage mit dem Zug unterwegs. Er ist stark gehbehindert und auf einen Rollator angewiesen. Als er am Gleis einen Bahnmitarbeiter fragte, ob er mit seinem Rollator über den hydraulischen Hublift in den Zug gehoben werden könne, sei ihm keine Hilfe angeboten worden. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) sagte Ströbele, dass er sich daraufhin bei der Deutschen Bahn beschwert hätte. Die Reaktion des Unternehmens hatte ihn aber keineswegs zufriedengestellt. Im Gegenteil. Die Bahn schrieb, dass eine solche Hilfe aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich sei. Ströbele solle sich für die kommende Reise doch einfach einen Rollstuhl leihen, dann sei der Transport mit dem Hublift wesentlich einfacher.

Die Reaktion sorgte bei Ströbele für Entrüstung. Er sagte dem RND: „Notfalls werde ich auch an Herrn Pofalla schreiben. Die werden noch ihre Freude mit mir haben.“ Ronald Pofalla ist seit seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag Mitglied im Bahn-Vorstand.

Ströbele schilderte zudem die abstrusen Absichten eines Bahnmitarbeiters, ihn auch ohne Hublift in den Zug zu bekommen: Laut Ströbele griff der Angestellte an die Hose des Politikers, um so die Höhendifferenz zwischen Bahnsteig und Zug zu überbrücken.

Gegenüber unseren Redaktion äußerte sich die Bahn zu dem Vorfall. Eine Sprecherin sagte, man bedauere den Vorfall und „dass es bei der Reise von Hans-Christian Stöbele zu dieser Situation gekommen ist.“ Natürlich sei der Deutschen Bahn diese Sache sehr wichtig: „Wir werden selbstverständlich den Kontakt zu Herrn Ströbele suchen und das Thema mit ihm besprechen.
Selbstverständlich genießen unsere Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeiten vollen Versicherungsschutz.“

In den vergangenen Tagen ist eine hitzige Diskussion rund um das Thema Mobilität bei der Deutschen Bahn entstanden.

Die Schwangere, die mit einem Kleinkind und einem Kinderwagen nach eigenen Angaben am Samstag von München nach Nürnberg fahren wollte, hatte auf Twitter berichtet, dass eine Zugbegleiterin ihre Bitte um Hilfe beim Einstieg "achselzuckend" ignoriert habe. Daraufhin verfasste die Frau einen Tweet.In dem sozialen Netzwerk hatte die Bahn geantwortet, dass die Angestellten des Konzerns nicht versichert seien und deshalb den Fahrgästen nicht beim Einstieg in den Zug helfen dürften: "Die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen", twitterte die Bahn.

Für diese Aussage hat sich die Deutsche Bahn nun entschuldigt: "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die die Kundin hatte. Unsere Antwort auf den Tweet der Kundin tut uns leid", sagte eine Sprecherin der Bahn unserer Redaktion. Zudem stellte der Konzern klar: "Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert. Die Kundenbetreuer von DB Regio sind dahingehend geschult und angehalten, unseren Reisenden - sei es mit Rollstuhl oder Kinderwagen - beim Ein- und Ausstieg aktiv behilflich zu sein", sagte eine Sprecherin der Bahn. Die Bahn arbeite derzeit den Vorfall auf und suche nun den direkten Kontakt zu der Frau.