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Panne bei Salafisten-Festnahme: Sprengstoff im Kühlschrank übersehen

Panne bei Salafisten-Festnahme : Sprengstoff im Kühlschrank übersehen

Bei den Ermittlungen gegen Salafisten hat das NRW-Innenministerium nun eine Polizeipanne eingeräumt. Als Beamte die Wohnung eines der Verdächtigen in Bonn durchsuchten, hätten sie Sprengstoff im Kühlschrank übersehen, heißt es in einem Bericht der Landesregierung an den Landtags-Innenausschuss.

Dies sei dadurch begünstigt worden, dass Sprengstoff-Spürhunde nicht eingesetzt werden konnten, weil die Wohnungstür aufgesprengt werden musste. Vier Salafisten waren vor vier Wochen unter dem Verdacht festgenommen worden, Anschläge auf Rechtsextremisten zu planen.

Auf den Sprengstoff waren die Ermittler erst aufmerksam geworden, als sich der Verdächtige im Gefängnis einer Sozialarbeiterin anvertraut hatte. Diese soll er gebeten haben, seine Freundin vor dem gefährlichen Gemisch im Kühlschrank zu warnen. Der "Spiegel" hatte zuerst davon berichtet.

Bombenentschärfer fanden die Substanz daraufhin und zündeten sie kontrolliert in einer nahe gelegenen Grünanlage, ohne vorher eine Probe zu nehmen.

Dass vor der Sprengung keine Probe genommen wurde, wertet das Ministerium nicht als weitere Panne. Die Experten hätten dies aus Sicherheitsgründen unterlassen, weil sie von enormer Explosionsgefahr ausgehen mussten.

In der Wohnung des Verdächtigen hatten die Ermittler schon am Tag der Festnahmen 600 Gramm Ammoniumnitrat entdeckt.

Die vier Salafisten waren im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW festgenommen worden. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Razzia gegen Solinger Salafisten im Juni 2012

(lnw/csr/sap)