Sommer 2019: Hoch "Ulla" heizt ein - warme Luft aus Afrika

Über 30 Grad zum Wochenbeginn : Hoch „Ulla“ heizt ein - warme Luft aus Afrika

Die nächsten Tage werden in Deutschland extrem warm. Heute sollen die Temperaturen am Niederrhein bis auf 33 Grad klettern. Mitte der Woche könnte ein über 70 Jahre alter Hitzerekord gebrochen werden.

Das Hoch „Ulla“ heizt Deutschland in den nächsten Tagen ordentlich ein. Mit Werten von bis zu 33 Grad startet Deutschland in eine heiße Woche. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) können Top-Werte am Niederrhein erreicht werden. „Die Sonne kann fast ungestört scheinen, es kommt viel warme Luft aus Afrika zu uns“, sagte DWD-Metereologin Sabine Krüger am Morgen. Wer mildere Temperaturen bevorzugt, ist an der See besser aufgehoben. Dort werden Werte zwischen 22 bis 25 Grad erwartet.

In den folgenden Tagen wird es den Prognosen zufolge noch wärmer. Der Dienstag könnte am Neckar und am Oberrhein bis zu 36 Grad warm werden. Der Mittwoch soll diese Werte in einigen Regionen noch toppen, etwa im Rhein-Main-Gebiet. „Es kann bis zu 39 Grad warm werden, mancherorts könnte sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden“, sagte Krüger. Der Mittwoch werde aller Voraussicht nach der bislang wärmste Tag des Jahres.

Damit stehen die Chancen gut, dass die Juni-Rekordtemperatur von 38,2 Grad, die 1947 in Frankfurt gemessen wurde, geknackt wird. Die Unwettergefahr sei dank der trockenen Luftmasse Krüger zufolge bundesweit relativ gering.

Bei den heißen Temperaturen in den kommenden Tagen sollten Menschen auf sich und ihre Umgebung achten. Der Malteser Hilfsdienst weist darauf hin, dass es ab 37 Grad kritisch werde, besonders wenn es schwül sei. „Die Temperaturregelung des Körpers kann überfordert werden: Sonnenstich, Hitzschlag, Erschöpfung, Kreislaufversagen“, sagte eine Sprecherin, Senioren, Babys und chronisch Kranke seien besonders gefährdet.

„Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Regelung der Körpertemperatur über das Schwitzen aufgrund der vergleichsweise geringen Körperoberfläche nur eingeschränkt möglich“, sagte Malteser-Bundesarzt Rainer Löb. Auch bei älteren Menschen funktioniere die Wärmeregulierung nicht mehr so gut wie in jungen Jahren.

In mehren europäischen Ländern kam es am Wochenende zu Unwettern. Am Sonntagabend setzte starker Regen die serbische Hauptstadt Belgrad unter Wasser. Innerhalb einer Stunde fiel nach Medienberichten so viel Regen wie normalerweise innerhalb eines Monats. Der Verkehr brach vielerorts zusammen. Auch der Westen der Schweiz und Teile Italiens wurden von Unwettern heimgesucht, Dutzende Menschen wurden bei Hagel verletzt.

In Griechenland brachen mehrere Wald- und Buschbrände aus. Das größte Feuer brannte auf der Halbinsel Lagonisi rund 50 Kilometer östlich von Athen. Der Brandherd lag in der Nähe einer Wohngegend, die Einwohner etlicher Häuser wurden in Sicherheit gebracht. Bis Sonntag wurden die Flammen mit Löschflugzeugen und Hubschraubern gelöscht.

(juju/dpa)