Soko Dreisam in Freiburg: 17-Jähriger soll Studentin getötet haben

Ermittlungserfolg der Soko Dreisam : 17-Jähriger soll Studentin in Freiburg getötet haben

Im Fall der getöteten 19-jährigen Studentin in Freiburg gibt es einen Ermittlungserfolg: Ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan soll das Sexual- und Tötungsverbrechen begangen haben.

Das sagte Staatsanwalt Dieter Inhofer bei einer Pressekonferenz am Samstag in Freiburg. Mitte Oktober war in Freiburg die 19-jährige Studentin vergewaltigt und getötet worden. Lange tappte die Soko Dreisam im Dunkeln: Am Freitag gegen 12.30 Uhr gab es dann den Zugriff in Freiburg. Der Beschuldigte ist den Polizeiangaben zufolge 17 Jahre alt und sitzt zur Zeit in Untersuchungshaft. Es handelt sich um einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan. Die DNA eines 18,5 Zentimenter langen schwarzen Haares mit changierender Blondierung in einem Dornengebüsch führte zu dem Täter.

Die Leiche des Opfers war im Fluss Dreisam gefunden worden. Sie ertrank, sagte der Soko-Leiter David Müller. Die Frau war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie Opfer der Verbrechens wurde. Man habe durch Vernehmungen und durch eine webbasierte Umfrage die Zeit vor der Tat in weiten Teilen lückenlos rekonstruieren können, sagte Müller. Ein schwarzer Schal im Flussbett der Dreisam spielte nach Angaben der Polizei zudem eine Rolle bei der Aufklärung des Sexual- und Gewaltverbrechens.

Über die Festnahme hatten die "Badische Zeitung" und die "Bild"-Zeitung zuerst berichtet. Am Leichnam der Studentin aus dem Enzkreis war eindeutige DNA sichergestellt worden. Die Polizei hatte etwa 1400 Menschen vernommen und rund 1600 Hinweise geprüft, darunter die auf ein herrenloses Fahrrad in der Nähe.

Nach zwei ungeklärten Mordfällen herrschte in Freiburg eine große Unsicherheit in der Bevölkerung: Drei Wochen nach dem Mord an der 19-Jährigen wurde auch in Endingen bei Freiburg eine 27-Jährige Opfer eines ähnlichen Verbrechens. Den Angaben zufolge gibt es bislang allerdings keinen Zusammenhang zu dem Tötungsdelikt in Endingen.

Nach der Serie schwerer Verbrechen in und um Freiburg hatte das Land Baden-Württemberg 25 zusätzliche Polizeibeamte in die Stadt geschickt. Sie sollten für sichtbare Polizeipräsenz auf den Straßen sowie für zusätzliche Kontrollen sorgen, sagte Innenstaatssekretär Martin Jäger am Freitag. Ziel sei es, das angeschlagene Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern.

Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) fordert bereits seit acht Jahren mehr Polizisten für die Stadt. Freiburg ist statistisch gesehen seit vielen Jahren die Kriminalitätshochburg in Baden-Württemberg.

(felt/dpa)