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Atom-Alarm: Slowenien gesteht Fehler ein

Atom-Alarm : Slowenien gesteht Fehler ein

Krsko/Brüssel (RPO). Am Mittwochabend schockte ein Atom-Alarm ganz Europa. Im slowenischen Atomkraftwerk Krsko war Kühlflüssigkeit ausgetreten. Die slowenische Regierung hat nun Fehler nach dem Störfall eingeräumt. Der österreichische Strahlenschutz erfuhr etwas von einer "Übung". Was genau ist geschehen?

Das Wichtigste zuerst: Das betroffene slowenische Kraftwerk nahe der kroatischen Grenze wurde noch am selben Tag vollständig heruntergefahren, Radioaktivität ist nicht ausgetreten. Es soll keine Gefahr für Mensch und Umwelt bestehen.

Gegen 15 Uhr am Mittwoch wurde nach Angaben der Sprecherin der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft im Primärkreislauf des Atomkraftwerkes ein Leck in der Nähe der Primärwasserpumpe entdeckt. Dort sei Kühlflüssigkeit ausgelaufen und ins Innere der Sicherheitshülle gelangt. Nach außen gelangte keine Flüssigkeit. Auch Radioaktivität soll nicht entwichen und Brennstäbe nicht beschädigt worden sein.

Um 17.38 Uhr ging in Brüssel eine Meldung aus Krsko ein. Daraufhin wurde das europäische Notfallsystem zum Informationsaustausch bei radioaktiven Vorfällen (ECURIE) zur Infromation aller 27 Mitgliedsstaaten eingeschaltet. Hinweise auf eine Umweltgefährdung gab es bis dahin nicht.

Gegen 19.30 Uhr schließlich soll das Kraftwerk heruntergefahren und abgeschaltet worden sein. Die Behebung des Fehlers kann voraussichtlich erst in zwei Tagen in Angriff genommen werden. Dann soll das AKW abgekühlt sein.

Etwa um 19.40 Uhr ging eine Warnung an die Bevölkerung.

Gegen 23.30 Uhr gibt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Entwarnung für Deutschland.

Bundesumweltminister Gabriel hat ebenfalls Entwarnung gegeben. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält jedoch eine Entwarnung nach dem Zwischenfall für verfrüht. Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer sagte am Donnerstag im Nachrichtensender N24, die Entwarnung deutscher Behörden finde er erstaunlich, "weil erst eine sehr kurze Zeit seit dem Störfall vergangen ist".

Hier geht es zur Infostrecke: Wichtige Fakten zum Atomkraftwerk Krsko