Medienbericht Männer rufen rechtsextreme Parolen in Münchner Gaststätte

Düsseldorf · Erneut haben Personen in der Öffentlichkeit keine Scheu gezeigt und laut rechtsextreme Parolen gerufen - dieses Mal in München. Die Geschehnisse erinnern an den Sylt-Eklat.

Wie die Polizei in NRW​ arbeitet und welche Waffen sie hat
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So arbeitet die Polizei in NRW

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Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Eine Gruppe Männer soll in einem Münchner Lokal nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks mehrfach „Sieg Heil“ gerufen haben. Die Polizei bestätigte am Mittwoch einen Einsatz in der Gaststätte. Ein 26-Jähriger habe dort eine Parole angestimmt, „die eine Identifizierung verbotener Organisationen zum Ausdruck brachte“. Die Gruppe Männer habe diese ergänzt.

Gäste und Mitarbeiter hätten daraufhin die Polizei gerufen. 16 Männer im Alter zwischen 21 und 43 Jahren, alle mit Wohnsitz in Bayern, würden nun als Verdächtige geführt. Ermittelt werde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Zu Pfingsten ist ein Video auf Sylt entstanden, auf dem zu sehen und zu hören ist, wie junge Menschen zur Melodie des mehr als 20 Jahre alten Party-Hits „L’amour toujours“ von Gigi D'Agostino rassistische Parolen grölen. Scheinbar völlig ungeniert und ausgelassen singen sie „Deutschland den Deutschen - Ausländer raus!“. Ein Mann macht eine Geste, die an den Hitlergruß denken lässt. Von den Umstehenden scheint sich niemand daran zu stören. Der Staatsschutz ermittelt auch hier. Doch es gibt auch weitere Konsequenzen: Einer der Männer im Video wurde aufgrund seines Verhaltens im Video beruflich freigestellt, eine Hochschule hat einer Frau aus dem Video Hausverbot erteilt und prüft deren Exmatrikulation. Doch die breite Berichterstattung über den Fall sowie mögliche juristische oder berufliche Konsequenzen haben Nachahmer im Münsterland und nahe Stralsund nicht von ihrer Idee abgehalten. Ebenso wenig wie die 16 Männer in dieser Münchner Gaststätte.

(mit dpa)