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Umstrittene Glaubensgemeinschaft: Scientology plant offenbar Imagekampagne in Deutschland

Umstrittene Glaubensgemeinschaft : Scientology plant offenbar Imagekampagne in Deutschland

Scientology in Deutschland will etwas für ihr Image tun und plant eine Werbekampagne. Dafür hat die Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, einem Medienbericht zufolge rund 70 Agenturen angeschrieben.

Dies berichtet die in Frankfurt erscheinende Fachzeitschrift "Horizont" in ihrer aktuellen Ausgabe. Gesucht würden "couragierte Profis, die uns bei dieser Aufgabe beraten und unterstützen". Die Reaktionen der Agenturen fallen nach Auskunft von Sabine Weber, Präsidentin von Scientology in Berlin, unterschiedlich aus. Die meisten schwiegen, einige reagierten mit Ablehnung, es gebe aber auch Interesse. Mit der geplanten Imagekampagne verfolge man das Ziel, "unsere Arbeit, Absichten und Zielsetzungen selbst vorzustellen", sagt Weber. Um Mitgliedergewinnung gehe es dabei nur sekundär.

In Deutschland steht die vom amerikanischen Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard gegründete Gruppierung seit 1997 im Blickfeld des Verfassungsschutzes. Sie wird als gefährlich eingestuft, weil sie Grund- und Menschenrechte sowie die freiheitliche Grundordnung missachte. Die Verfassungsschutzbehörden stufen Scientology als Wirtschaftskonzern ein, der nach Gewinnmaximierung strebt und zugleich ein weltweites Herrschaftssystem nach eigenen Vorstellungen errichten will. Als Religionsgemeinschaft gilt Scientology in Deutschland nicht.

Anfang Januar hatte das Magazin "Focus" unter Berufung auf einen Verfassungsschützer berichtet, dass die Zahl der Mitglieder bei Scientology weiter zurückgehe. Sie liege derzeit bei 4000. In Spitzenzeiten zählten die staatlichen Stellen etwa 6000 Scientologen, im Jahr 2011 noch 4500. Scientology selber spricht von 12.000 Mitgliedern.

(KNA/felt)