Schweizer Schläger: Schüler prügelten auch auf Behinderten ein

Schweizer Schläger: Schüler prügelten auch auf Behinderten ein

München (RPO). Die Schweizer Schüler, die in der vergangenen Woche in München wahllos Menschen verprügelt hatten, schlugen bei ihren Gewaltexzessen auch einen körperlich behinderten Mann zusammen. Die Jugendlichen hätten sich von der deutlich sichtbaren Behinderung des Mannes nicht abschrecken lassen, erklärte die Polizei am Montag.

Der Mann war einer von drei Mazedoniern, die die ersten Opfer der prügelnden Schüler wurden. Später fielen sie über einen 46-Jährigen her und prügelten ihn halbtot. Die drei 16-jährigen mutmaßlichen Täter sitzen nun wegen Mordversuches in Untersuchungshaft. Sie haben die Vorwürfe teilweise eingeräumt.

Wie bei dem 46-Jährigen sollen die teilweise geständigen Schüler in der Nacht zum vergangenen Mittwoch auch bei den Mazedoniern sowohl mit ihren Fäusten zugeschlagen als auch mit den Füßen nach den Köpfen ihrer Opfer getreten haben.

Zwei der Mazedonier sollen sie danach regungslos und nicht ansprechbar auf dem Boden liegend zurückgelassen haben, bevor sie das fortsetzten, was Staatsanwalt Laurent Lafleur vergangene Woche als einen "Amoklauf ohne Waffen" bezeichnete.

Für einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat gebe es keinerlei Anzeichen erklärte die Polizei. Es sei nach wie vor unklar, wie es zu dem Gewaltausbruch habe kommen können.

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Nach Angaben seines Anwalts Florian Schneider will sich einer der drei 16-Jährigen beim Opfer entschuldigen. Dies sei nicht nur der Wunsch seines Mandanten, sondern auch von dessen Familie, die ihn am Montag voraussichtlich besuchen könne. Schneider sagte zudem, er werde die Akten einsehen und längere Gespräche mit der Familie und den Beschuldigten führen. Auch ein Antrag auf Haftentlassung solle geprüft werden.

Auch gegen zwei 15- und 17-jährige Mitschüler der mutmaßlichen Haupttäter ermittelt die Polizei weiterhin. Die beiden waren vergangene Woche zunächst ebenfalls festgenommen, dann aber freigelassen worden. Nach derzeitigem Erkenntnisstand seien sie an den Taten nur gering oder nicht nachweisbar beteiligt gewesen. Dies könne sich aber jederzeit ändern, falls es neue Aussagen geben sollte.

Der 46-jährige Geschäftsmann, dem die Schüler nach Polizeiangaben mit ihren Schlägen und Tritten zahlreiche Knochenbrüche am Kopf zugefügt hatten, ist nach Angaben der Polizei inzwischen in ein Krankenhaus in seiner Heimat Nordrhein-Westfahlen verlegt worden. Dort werde er voraussichtlich noch einige Wochen bleiben. Laut Polizei ist noch offen, inwieweit er bleibende Schäden erlitten hat.

(AP)
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