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Ostern im Griff des Winters: Schneefälle fordern Tote

Ostern im Griff des Winters : Schneefälle fordern Tote

Frankfurt/Main (RPO). Die Rückkehr des Winters zum Osterfest hat zu Sturmfluten im Norden, Verkehrschaos und starken Lawinenabgängen in den Alpen geführt. Ein 48-jähriger Deutscher starb bei einem Unglück im österreichischen Voralberg. Mehrere Verkehrsunfälle endeten tödlich.

Der Winter hatte auch andere Gebiete in Europa am Osterwochenende fest im Griff. In Großbritannien Sturm, an der Ostsee Überflutungen, Schnee satt im den höheren Gebieten Westdeutschlands. In Österreich und der Schweiz sorgten starke Schneefälle für Verkehrschaos.

Österreich: Eine Lawine verschüttet drei Männer. Zwei sterben. Wie die Polizei in Bregenz mitteilte, war der 48-jährige Deutsche gemeinsam mit zwei weiteren, ebenfalls gut ausgerüsteten Skitourengängern am Morgen durch das Öfatal über den so genannten Tiergarten weiter Richtung Sporentobel gestiegen. Auf etwa 2760 Metern Höhe lösten die drei Tourengänger ein Schneebrett aus, von dem zwei der Tourengeher erfasst und verschüttet wurden.

Ein 37-Jähriger konnte vom nicht verschütteten Kollegen rasch geortet werden. Der andere Verschüttete wurde nach 45 Minuten von Rettungskräften aufgefunden und konnte nur noch tot geborgen werden. Die Behörden hatten schon im Vorfeld wegen stürmischen Windes und Schneefällen in weiten Teilen der Schweizer Berge vor einer erheblichen Lawinengefahr gewarnt.

Schweiz: Die Schweiz wurde von ungewöhnlich viel Neuschnee überrascht: Im Lötschental auf 1540 Metern fielen innerhalb von 24 Stunden 89 Zentimeter Schnee, wie MeteoSchweiz am Samstag auf Anfrage erklärte. Davon gingen 80 Zentimeter am Karfreitag innerhalb von zwölf Stunden nieder. "Das ist schon außergewöhnlich", sagte Meteorologe Daniel Gerstgrasser.

Süddeutschland: Schneefälle verursachten vor allem in der südlichen Hälfte Deutschlands Behinderungen im Straßenverkehr. In der Eifel und im Hunsrück wurden einige Straßen zeitweise gesperrt, weil Bäume unter der Schneelast auf die Fahrbahn gestürzt waren. Teils behinderten querstehende Lkw den Verkehr. Die Autobahn 1 war in Richtung Saarbrücken im Bereich der Mehringer Höhe deshalb kurzzeitig gesperrt. Bis zum Samstag Morgen hatte sich die Situation den Angaben zufolge weitgehend entspannt.

Auf glatten Fahrbahnen kam es dabei auch zu zahlreichen Unfällen. Ein 43-Jähriger kam im Kreis Paderborn ums Leben, als er mit seinem Wagen ins Schleudern geriet, von der Straße abkam und gegen mehrere Bäume schlug.

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Norddeutschland: Laut Deutschem Wetterdienst gab es auch in der nördlichen Hälfte etwa bei Itzehoe und Schleswig Schneefälle. An der Ostseeküste hielt eine Sturmflut die Einsatzkräfte auf Trab. In Lübeck lag der Wasserstand der Trave laut Polizei bei anderthalb Meter über Normalnull, in der Innenstadt standen Straßen unter Wasser. Auch in Flensburg lag der Pegelstand am Samstagmorgen mit 6,50 Metern etwa eineinhalb Meter über dem Normalwert. Die gefährdeten Bereiche wurden abgesperrt.

Ostdeutschland: Wie die Polizei am Samstag mitteilte, waren am Freitagnachmittag allein im Raum Magdeburg 58 Fahrzeuge in elf Unfälle auf Autobahnen verwickelt. Einige von ihnen waren wetterbedingt. Vier Menschen wurden getötet, darunter auf der A2 in Fahrtrichtung Berlin eine 23 Jahre alte Frau und ihre zwei Jahre alte Tochter. Eine 22-Jährige kam ums Leben, als sie eine Unfallstelle sichern wollte und dabei von einem nachfolgenden Fahrzeug erfasst wurde. Insgesamt erlitten bei der Unfallserie nach Angaben der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord 19 Menschen Verletzungen.

Westdeutschland: Aus dem Sauerland meldeten die Meteorologen mittlerweile über 40 Zentimeter Schnee. Die Skiliftbetreiber freut's.

Die Aussichten: Auf den winterlichen Schneefall folgt in weiten Teilen Deutschlands eine Phase mit kaltem Wetter. Zwar verspricht ein "namenloses Zwischenhoch" zumindest für den Nordwesten am Ostersonntag Auflockerung mit etwas Sonne. Mit Höchstwerten zwischen null und fünf Grad bleibt es aber spätwinterlich kalt, wie der Deutsche Wetterdienst am Samstag vermeldete. In Mittelgebirgslagen herrscht bei minus zwei Grad weiter leichter Dauerfrost.

In der Nacht zum Montag lassen die Schneefälle im Südosten nach, vielfach bleibt es niederschlagsfrei. Allerdings kommt es im Nordwesten und Westen zu zeitweiligem Schneefall. Die Temperaturen gehen auf null Grad im Nordwesten bis minus sieben Grad im Süden zurück, in Tal- und Muldenlagen der Mittelgebirge und in den Alpentälern wird es noch kälter.

Am Ostermontag ist es nach Osten hin zunächst heiter und meist niederschlagsfrei. Später ziehen auch dort wieder Schneeschauer auf. Die Temperaturen bleiben bei null bis fünf Grad, im Bergland herrscht leichter Dauerfrost. In der Nacht fällt das Thermometer auf bis zu minus sechs, im Alpenrand bis auf minus acht Grad.

Am Dienstag ist es wechselnd, teils stark bewölkt, verbreitet kommt es zu schauerartigen Schneefällen. Im Nordwesten und am Rhein geht der Niederschlag als Schneeregen und Graupelschauer nieder. Vereinzelt ist auch mit kurzen Gewittern zu rechnen. Die Temperaturen liegen zwischen 1 und 6 Grad, südlich der Donau und im Bergland um null Grad.

Laut Deutschem Wetterdienst bleiben aber auch die Urlaubsregionen rund ums Mittelmeer von dem Kälteeinbruch nicht verschont. Über die Osterfeiertage sei das zentrale Mittelmeer zwischen den Balearen und Griechenland besonders betroffen, hieß es. Dort müsse mit teils kräftigen Schauern und Gewittern sowie Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad gerechnet werden.

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(ap)