Warnung des Verfassungsschutzes: Salafisten rekrutieren Anhänger an NRW-Unis

Warnung des Verfassungsschutzes : Salafisten rekrutieren Anhänger an NRW-Unis

Gewaltbereite Salafisten bemühen sich nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes verstärkt darum, an Hochschulen des Landes neue Anhänger zu rekrutieren.

"Salafistische Personenkreise" nutzten universitäre Räume und Einrichtungen, "um ihre extremistischen Vorstellungen zu verbreiten und Einfluss zu gewinnen", erklärte der Leiter des Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, am Donnerstag vor dem Landtags-Innenausschuss.

Dies geschehe häufig "unter dem Vorwand, die Religion ausüben zu wollen". Für die Hochschulen sei es schwierig, tatsächliche religiöse Aktivitäten von "extremistischen Propagandaaktivitäten" zu unterscheiden.

Bei den salafistischen Bestrebungen handelt es sich laut Freier aber nicht um eine intellektuell anspruchsvolle Bewegung, die unter Studenten ein größeres Anhängerpotenzial langfristig binden könne. Der Salafismus richte sich primär an Migrantenkinder aus islamischen Ländern sowie an Konvertiten, die aufgrund familiärer Krisen keinen regulären Bildungsweg durchlaufen haben.

Erfolge erzielten salafistische Prediger am ehesten an Orten, die gescheiterten Jugendlichen als Anlaufpunkte dienten. Dies seien soziale Netzwerke im Internet, Jugendzentren, "problematische Moscheegemeinden" und Jugendcliquen in sozialen Brennpunkten.

Derzeit beobachtet der Verfassungsschutz laut Freier 30 von 850 Moscheegemeinden an Rhein und Ruhr wegen salafistischer Umtriebe. Über 1000 extremistische Salafisten in NRW seien gegenwärtig registriert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Razzia gegen Solinger Salafisten im Juni 2012

(KNA/nbe)