Rügen: Restaurant „Oase der Ruhe“ lässt abends keine Kinder rein

„Oase der Ruhe“: Restaurant auf Rügen lässt abends keine Kinder mehr rein

Ein Restaurant in Binz auf der Insel Rügen lässt seit einer Woche abends keine Gäste mit Kindern unter 14 Jahren mehr hinein. Grund dafür sind mehrfache Störungen der Gäste in der Vergangenheit.

„Mit dem Gedanken gehen wir schon sehr lange schwanger“, sagt der Wirt von „Oma's Küche“, Rudolf Markl. Es gehe um Kinder, die Gäste am Nebentisch belästigen würden, die an Tischdecken zerrten und Rotweingläser umschmissen - und Eltern, die nicht eingreifen. „Die quittieren das mit einem Lächeln, essen weiter, und es interessiert sie alles nicht.“

Mit der Entscheidung wolle er seinen Gästen von 17 Uhr an eine „Oase der Ruhe“ bieten. Lars Schwarz, Präsident des Hotel- und Gaststättenverband in Mecklenburg-Vorpommern, zeigt sich zwar nicht begeistert, betont aber die freie unternehmerische Entscheidung, die jeder Gastwirt treffen könne. „Aber wir zielen in MV auf Kinderfreundlichkeit“, stellt er klar.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat den Ausschluss von Kindern in Restaurants generell als rechtlich bedenklich kritisiert. Ein pauschaler Ausschluss ohne zwingenden sachlichen Grund könne gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen, erklärte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Freitag in Berlin.

„Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt vor Benachteiligungen aufgrund des Lebensalters, also auch des Kindesalters“, betonte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, am Freitag in Berlin. Eine Regelung, bei der Restaurants Kindern nachmittags pauschal den Zutritt verwehren, könne gegen das Gesetz verstoßen.

(mro/dpa/epd)
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