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Rheinischer Karneval und Skat sollen Kulturerbe werden

Aufnahme auf Unesco-Liste beantragt : Rheinischer Karneval und Skat sollen Kulturerbe werden

Der Rheinische Karneval, und der Osterräderlauf in Lügde sollen nach dem Vorschlag einer Jury aus Nordrhein-Westfalen landesspezifisches immaterielles Kulturerbe werden. Thüringen will das Skatspiel auf der Liste sehen.

Die NRW-Empfehlungen werden jetzt von Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) an die Kultusministerkonferenz (KMK) gemeldet, wie ihr Ministerium am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Laut Urteil der Jury gehöre der Rheinische Karneval zu den großen kulturellen Ausdrucksformen in NRW. Er schaffe seit langer Zeit alljährlich eine generationenübergreifende Gemeinschaft und setze sich auf humorige Art mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinander. Beim Osterräderlauf in Lügde im Weserbergland handelt es sich um ein seit Generationen gepflegtes besonderes Osterfeuerritual, bei dem brennende Holzräder von Hügeln gerollt werden. Die Lebendigkeit dieser Tradition drücke sich in einer breiten Beteiligung der Bevölkerung aus, so die Jury. Handwerkliche und landwirtschaftliche Fertigkeiten würden für den Brauch gepflegt.

"Die Breite der Bewerbungen verdeutlicht die historisch gewachsene Vielfalt im Kulturland Nordrhein-Westfalen", sagte Ministerin Schäfer. Alle Bewerbungen zeugten von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement, das oftmals die Identifikation mit der Heimat ermöglicht.

Und auch Skat soll Kulturerbe werden: Das möchte das Land Thüringen erreichen und hat das Kartenspiel für die Unesco-Liste vorgeschlagen. Skat habe sich in den zurückliegenden 200 Jahren zum "Spiel der Deutschen" entwickelt, begründete Kulturminister Christoph Matschie (SPD) am Dienstag in Erfurt den Vorschlag. Thüringen reicht ihn nun an die Kultusministerkonferenz weiter. Von der Bundesliste werden dann zwei Vorschläge an die Unesco gesandt, die 2016 über die Aufnahme in die immaterielle Welterbe-Liste entscheidet.

Das Skatspiel wurde 1813 in Altenburg (Thüringen) erstmals erwähnt. Es entstand aus Elementen von Tarock, L'Hombre, Schafkopf und Solo. Laut Deutschem Skatverband wird es hierzulande von 15 bis 20 Millionen Menschen gespielt. Seit 1928 gilt eine einheitliche Skatordnung. In privaten Runden gibt es aber eine ganze Reihe von Abwandlungen dieser Regel wie den Ramsch, Kontra und Re.

Die an die Kultusministerkonferenz übermittelten Bewerbungen aller Länder werden anschließend einem bei der Deutschen UNESCO-Kommission angesiedelten Expertenkomitee zur fachlichen Beratung zugeleitet. Das Komitee empfiehlt Anfang 2015 voraussichtlich höchstens zwei Bewerbungen für die internationalen Listen der UNESCO. Eine Entscheidung dort ist laut Kulturministerium für Ende 2016 geplant.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Karneval in Düsseldorf in schwarz-weiß

(KNA)