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Schneider geht nach zehn Jahren in Ruhestand: Rekowski als neuer rheinischer Präses eingeführt

Schneider geht nach zehn Jahren in Ruhestand : Rekowski als neuer rheinischer Präses eingeführt

Mit einem festlichen Gottesdienst hat der neue Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, am Sonntag sein Amt angetreten. Der 55-jährige Wuppertaler Theologe übernimmt die Leitung der zweitgrößten evangelischen Landeskirche von Nikolaus Schneider, der nach zehn Jahren Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Der neue Präses Manfred Rekowski hat offiziell die Leitung der rheinischen Kirche, der zweitgrößten evangelischen Landeskirche in Deutschland, übernommen. Im Beisein von Geistlichen und Politikern wurde Rekowski am Sonntag in einem Gottesdienst in Düsseldorf ins Amt eingeführt. Zugleich wurde sein Vorgänger Nikolaus Schneider nach zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Schneider bleibt noch bis 2015 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die Landessynode hatte den Wuppertaler Oberkirchenrat Rekowski Anfang Januar für acht Jahre an die Spitze der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt, die 2,7 Millionen Protestanten zwischen Niederrhein und Saarbrücken vereint. Zuvor war er Personalchef im Landeskirchenamt. Rekowski gilt als ein Kirchenmanager, der mit Kirchenfusionen, den Folgen schrumpfender Gemeinden und sinkender Finanzkraft der Kirche vertraut ist.

Mit Rekowski wurde auch die 16-köpfige Kirchenleitung ins Amt eingeführt, in der unter anderem die Schlüsselposten für Finanzen und das Amt des leitenden Juristen neu besetzt worden waren. Die rheinische Kirche kämpft noch mit den Folgen eines millionenschweren Finanzskandals um ein kircheneigenes Unternehmen, das durch riskante Anlagegeschäfte an den Rand des Ruins geraten war und mit 21 Millionen Euro gestützt werden musste. Schneider rief die Kirche in einer Ansprache dazu auf, wieder nach vorn zu blicken und sich nicht an Vergangenes zu klammern.

Zur Amtseinführung Rekowskis waren prominente Gäste in die Düsseldorfer Johanneskirche gekommen. Unter ihnen waren der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und die Ministerpräsidentinnen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland: Hannelore Kraft (SPD), Malu Dreyer (SPD) und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Meisner rief Rekowski auf, sich wie sein Vorgänger Schneider für die Ökumene einzusetzen. Als EKD-Ratsmitglied erinnerte Deutsche-Bank-Direktorin Marlehn Thieme an die einflussreiche Rolle der rheinischen Kirche in der EKD. Mit Schneider und dem früheren Präses Manfred Kock hätten zwei Vorgänger Rekowskis den Ratsvorsitz inne.

(lnw/felt)