Rechtschreibreform: Kritiker wollen Schülern die alte Rechtschreibung wieder erlauben

10 Jahre Rechtschreibreform: Kritiker: Alte Rechtschreibung wieder anerkennen

Zehn Jahre nach Inkrafttreten neuer Rechtschreibregeln an Schulen schlagen drei Reformgegner vor, "auch diejenige Rechtschreibung nicht als Fehler anzustreichen, wie sie vor der Rechtschreibreform 1996 in den Büchern allgemein verwendet wurde".

Das erklärten der Erlanger Germanist Theodor Ickler, Verleger Matthias Dräger und der als "Rechtschreibrebell" bekannte Friedrich Denk aus Bayern am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Hintergrund ist die Rechtschreibreform von 1996. Am 1. August 2005 waren neue Rechtschreibregeln an Schulen eingeführt worden, 2006 zogen Bayern und Nordrhein-Westfalen nach.

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Die drei Gegner argumentieren auch mit alten Schreibweisen in Schullektüren von Werken etwa von Bertold Brecht oder Max Frisch, in denen demnach noch alte Schreibweisen vorkämen.

Der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) hatte die Reform kürzlich in der Wochenzeitung "Die Zeit" für überflüssig erklärt. Behutsame Änderungen der Schriftsprache seien zwar nötig, sagte Zehetmair dem Blatt. "Aber ob man Friseur mit "ö" schreibt oder mit "eu" - wen sollte das aufregen?"

(dpa)