Razzia gegen Schleuser in Berlin und Brandenburg

Razzia in Berlin und Brandenburg: Polizei geht gegen mutmaßliche Schleuser vor

Vietnamesen sollen viel Geld für eine Ehe bezahlt haben - und somit für das Aufenthaltsrecht in Deutschland. Nun sind die Ermittler gegen die mutmaßliche Bande in Berlin und Brandenburg vorgegangen.

Die Polizei ist in Berlin und Brandenburg am Dienstagmorgen mit einer groß angelegten Razzia gegen mutmaßliche Menschenschleuser vorgegangen. „Wir haben die drei Hauptverdächtigen verhaftet und durchsuchen mehrere Wohnungen“, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Der deutsch-vietnamesischen Bande wird vorgeworfen, unter anderem Scheinehen arrangiert zu haben.

Rund 200 Polizisten der Bundespolizei und der Berliner Landespolizei seien am Dienstagmorgen von etwa 6 Uhr an im Einsatz gewesen, teilte die Bundespolizei mit und sprach bei Twitter von einem „Schlag gegen Schleuser“. Rund 20 Wohnungen seien durchsucht worden. Zwei davon liegen den Angaben zufolge in Brandenburg, in den Gemeinden Ahrensfelde und Panketal. Die restlichen Durchsuchungsobjekte waren im Berliner Osten in den Stadtbezirken Lichtenberg, Pankow, Treptow-Köpenick und Marzahn Hellersdorf.

Den Bandenmitgliedern wird vorgeworfen, Scheinehen zwischen Deutschen und Vietnamesen arrangiert zu haben. Die augenscheinlichen Paare sollen dazu nach Dänemark gebracht worden sein. „Dort wurden sie ganz normal getraut“, sagte der Sprecher. Anschließend kehrten die Menschen zurück nach Deutschland und gingen getrennte Wege. Den vietnamesischen Ehepartner kostete das Verfahren und damit das Aufenthaltsrecht in Deutschland fünfstellige Geldbeträge. Insgesamt hat die Bundespolizei Erkenntnisse über zehn erfolgte Scheinehen sowie fünf Scheinvaterschaften. Dem Kern der Bande sollen rund zehn Mitglieder angehören.

Bei den verhafteten Verdächtigen handelte es sich um zwei vietnamesische Männer im Alter von 35 und 57 Jahren sowie eine 26 Jahre alte Deutsche. Wie lange die Wohnungsdurchsuchungen am Dienstag noch dauern sollten, war in den Morgenstunden noch nicht abzusehen.

(wer/dpa)