Rassismus-Studie Menschen asiatischer Herkunft wurden während Corona mehrheitlich diskriminiert

Berlin · Verbal, nonverbal und mit körperlicher Gewalt: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, während der Corona-Pandemie rassistisch diskriminiert worden zu sein. Die meisten davon im öffentlichen Raum.

Eine Frau sitzt mit FFP2-Maske, dicker Mütze und Kopfhörern an einem Busbahnhof. (Archivfoto)

Eine Frau sitzt mit FFP2-Maske, dicker Mütze und Kopfhörern an einem Busbahnhof. (Archivfoto)

Foto: dpa/Jonas Walzberg

Während der Corona-Pandemie ist laut einer Studie eine Mehrheit von Menschen asiatischer Herkunft in Deutschland diskriminiert worden. Das geht aus einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hervor. Demnach gaben 55 Prozent der Befragten an, von rassistischer Diskriminierung betroffen gewesen zu sein. Im Rahmen der Studie wurden zwischen Herbst und Winter 2020 insgesamt 703 Personen befragt.

Drei Viertel der Befragten mit Rassismuserfahrungen erlebten den Angaben zufolge nonverbale Diskriminierungen durch Gestik oder Mimik. Rund 60 Prozent berichtete über verbale Angriffe, elf Prozent über körperliche Gewalt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen gaben als Ort der Diskriminierung die Straße oder den öffentlichen Nahverkehr an. Rund 30 Prozent nannten Geschäfte als Ort, etwa jeder Fünfte das Internet, jeweils jeder Zehnte den Arbeitsplatz und Bildungsinstitutionen. Acht Prozent der Betroffenen fühlten sich an privaten Orten benachteiligt. Lediglich 22 Prozent der Befragten mit Diskriminierungserfahrungen meldete den Vorfall an eine Institution.

Der Bericht „Antiasiatischer Rassismus in Zeiten der Pandemie“ des DeZim-Instituts basiert den Angaben zufolge auf der Umfrage und zusätzlich einer qualitativen Tagebuchstudie mit 82 Teilnehmenden. DeZIM wurde nach eigenen Angaben 2017 gegründet und forscht unter anderem zu gesellschaftlicher Teilhabe und Rassismus.

(albu/epd)
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