Tier verletzt Fußgänger und taucht unter: Rabiates schwarzes Schaf sorgt für Ärger

Tier verletzt Fußgänger und taucht unter : Rabiates schwarzes Schaf sorgt für Ärger

Ein rabiates schwarzes Schaf hat in Bayern für einen Rechtsstreit von so grundsätzlicher Bedeutung gesorgt, dass der Fall womöglich noch vor dem Bundesgerichtshof (BGH) landen wird. Das Tier hatte einen Fußgänger hinterrücks angegriffen und war danach in seiner Herde mit zwei anderen schwarzen Schafen untergetaucht.

Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts München hervor. Diese Herde gehört aber zwei verschiedenen Haltern. Das OLG verurteilte nun zwar beide Halter zur Zahlung der Behandlungskosten in fünfstelliger Höhe, ließ aber wegen der grundsätzlichen Bedeutung die Revision zu.

Das schwarze Schaf war dem Urteil zufolge im September 2009 aus seinem mit einem Elektrozaun umzäunten Pferch ausgebrochen. In der Nähe griff es von hinten den Spaziergänger an und stieß diesen unvermittelt um. Der Mann erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass seiner Krankenkasse Behandlungskosten in Höhe von über 13.000 Euro entstanden und wegen der noch immer nicht ausgeheilten Verletzungen weitere Folgekosten zu erwarten sind.

Der schwer verletzte Mann konnte zwar nach der Attacke sagen, dass der Angreifer ein schwarzes Schaf war - es gelang ihm aber nicht, den Übeltäter in der Herde aus fünf weißen und drei schwarzen Schafen zu identifizieren. Laut OLG ist der Fall deshalb so einmalig, weil bisher der BGH nur zu Fällen entschieden hat, wo mehrere Tiere von mehreren Haltern beteiligt waren. Weil aus der Herde zwei der schwarzen Schafe dem einen und ein schwarzes Schaf dem anderen Halter gehören, kommen in diesem Fall beide für die Haftung in Frage, es ist aber nur ein Tier verantwortlich.

(AFP)
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