1. Panorama
  2. Deutschland

Prozessauftakt: Mann verbrannte schlafende Freundin aus Eifersucht

Prozessauftakt in Berlin : Mann verbrannte schlafende Freundin aus Eifersucht

Sechs Monate nach dem Feuertod einer Lehrerin muss sich ihr Lebensgefährte wegen Mordes vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der 52-Jährige soll die schlafende Frau mit Brennspiritus übergossen und angezündet haben.

Die Anklage geht davon aus, dass er die 45-Jährige aus Eifersucht "entstellen und hässlich machen wollte". Der Informatiker hüllte sich zu Beginn der Verhandlung am Dienstag in Schweigen. Seine Anwältin sagte, er werde zu einem späteren Zeitpunkt aussagen. Anfangs gemachte, geständige Angaben habe er inzwischen widerrufen, erläuterte sie.

Die Lehrerin einer Waldorfschule und der Informatiker, der in München arbeitete, sollen seit mehreren Jahren eine Wochenendbeziehung geführt haben. Die Frau soll laut Anklage angedeutet haben, dass sie der Verbindung "eine neue Basis" geben wollte. Beide hätten deshalb ein Seminar besucht. In seiner Eifersucht und "um seinen Besitzstand zu wahren", habe sich der Angeklagte zu dem Anschlag entschlossen.

Seine Lebensgefährtin schlief, als er in der Nacht zum 6. Oktober 2013 in der Wohnung der Lehrerin laut Anklage mit Brennspiritus an ihr Bett schlich. Er habe die Frau mit der Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die Lehrerin habe sofort in Flammen gestanden. Sie sei schreiend und "einer Fackel gleich" in das Treppenhaus gerannt. Ein Nachbar habe noch versucht, die Flammen mit einer Decke zu ersticken. Der Informatiker hatte sich wenige Stunden nach dem Tod seiner Lebensgefährtin bei der Polizei gemeldet. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

(dpa)