Prozess in Würzburg 21-Jähriger gesteht tödlichen Schuss auf Polizeischüler

Würzburg · Im Februar 2019 hatte ein Polizei-Azubi einem Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Jetzt gestand er die Tötung – ihm sei allerdings nicht klar gewesen, dass sich im Lauf der Dienstwaffe noch eine Kugel befunden hätte.

 Der angeklagte Polizeischüler sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht Würzburg.

Der angeklagte Polizeischüler sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht Würzburg.

Foto: dpa/Daniel Karmann

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Kollegen hat der Schütze die Anklage in vollem Umfang eingeräumt. Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass sich im Lauf der Dienstwaffe noch eine Kugel befinde, erklärte der Angeklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht Würzburg in einer schriftlichen Stellungnahme, die sein Verteidiger vorlas. Er gestand, beim Entladen und bei der Kontrolle der Waffe nachlässig gehandelt zu haben.

Der damals 19-jährige Polizei-Azubi hatte im Februar 2019 in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg versehentlich seinen zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Der junge Polizeibeamte starb kurz darauf in einer Klinik. Der mittlerweile 21-jährige Schütze wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Seit dem Vorfall ist er vom Dienst beurlaubt. In der Stellungnahme gab er an, dass er gerne Polizeibeamter geworden wäre und wüsste, dass dies nicht mehr möglich werden könne. Ein Urteil sollte noch am heutigen Dienstag fallen.

(kron/dpa)