Prozess in Erlangen: Mildes Urteil nach Schaumdusche für Feuerwehr-Ausbilder

Abschiedsritual wird zum Horror : Mildes Urteil nach unfreiwilliger Schaumdusche für Feuerwehr-Ausbilder

Weil sie ihren Ausbilder nach einer Schulung mit Löschschaum eingesprüht haben, sind zwei Feuerwehrleute vor Gericht verurteilt worden. Die Verabschiedung war als Scherz gedacht, der Ausbilder konnte danach acht Monate nicht mehr arbeiten.

Um einen Ausbilder bei einer Schulung zu verabschieden, haben Feuerwehrleute ihn in einen Käfig gesperrt und mit Löschschaum besprüht: zwei Jahre nach der Tat wurden am Mittwoch einer der Beteiligten und der Ausbildungsleiter wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall beziehungsweise Anstiftung verurteilt. Die Richterin des Amtsgerichts in Erlangen sprach eine Verwarnung gegen die 29 und 56 Jahre alten Männer aus. Die Angeklagten müssen zudem Schadenersatz in Höhe von 1500 und 2500 Euro zahlen und ein Jahr straffrei bleiben. Andererseits droht ihnen eine deutliche höhere Geldstrafe.

Der Vorfall hatte sich im April 2017 während einer Schulung für Nachwuchsfeuerwehrkräfte ereignet. Als ehrenvolle Verabschiedung und Scherz sei einer der Ausbilder demnach für knapp zehn Sekunden von vorne und hinten mit Löschschaum besprüht worden. Der 50-Jährige habe sich nach eigener Aussage zwar zunächst dagegen gewehrt, in den Gitterwagen gesperrt zu werden, habe dann aber gesagt: „Dann lass' ich euch euren Spaß!“ Der langjährige Feuerwehrmann erlitt Hautreizungen und eine posttraumatische Belastungsstörung. Acht Monate lang konnte er nicht arbeiten.

Neben den beiden Angeklagten waren acht weitere Feuerwehrleute an der Aktion beteiligt. Weil sie dem Opfer eine Entschädigung von jeweils 1000 Euro zahlten, wurde das Verfahren gegen sie eingestellt.

(mja/dpa)
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