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Frau sammelte eine Million Euro für Anschläge: Prozess gegen türkische Linksterroristin

Frau sammelte eine Million Euro für Anschläge : Prozess gegen türkische Linksterroristin

Eine mutmaßliche türkische Linksterroristin muss sich seit Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie soll mehr als eine Million Euro für Anschläge in der Türkei organisiert haben.

Die 42-Jährige, die kein Deutsch spricht, verweigerte zum Prozessauftakt vor dem Staatsschutzsenat des Gerichts die Aussage. "Sie macht keine Angaben", sagte Verteidiger Axel Nagler.

Laut Anklage soll die Türkin in Berlin, Hamburg, Köln und in mehreren europäischen Ländern für die "Revolutionäre Volksbefreiungspartei/-front" (DHKP-C) tätig gewesen sein, im Zeitraum von August 2002 bis Juli 2011. Als Europachefin der in Deutschland verbotenen Terrororganisation soll die studierte Stadtplanerin bis August 2008 die Geldbeschaffung für Anschläge organisiert haben.

Unter ihrer Führung sei die Millionensumme durch Spenden- und Beitragssammlungen sowie durch den Verkauf von Propagandamaterial eingenommen worden, so die Bundesanwaltschaft. Die Verdächtige soll auch am Fälschen von Ausweisen beteiligt gewesen sein. In der Anklage wird die Frau als "Führungsfunktionärin der Rückfront" bezeichnet.

Der Großteil des Geldes wurde laut Anklage in deutschen Großstädten eingesammelt. Aber auch in den Niederlanden und Frankreich sollen Spendensammler der Terrororganisation aktiv gewesen sein. Laut Bundesanwaltschaft findet der Prozess in Berlin statt, weil die Hauptstadt einer der Tatorte gewesen sein soll. Die mutmaßliche Terroristin war 2011 in Griechenland festgenommen worden. Sie wurde ausgeliefert und kam in der deutschen Hauptstadt in U-Haft.

Die 1994 in der Türkei gegründete DHKP-C will nach Angaben der Bundesanwaltschaft durch bewaffneten Kampf den türkischen Staat zerschlagen und ein marxistisch-leninistisches System errichten. Die Vereinigung habe Mord-, Brand- und Sprengstoffanschläge verübt. Auch die Ermordung des früheren Justizministers Mehmet Topac gehe auf das Konto der DHKP-C. Die Organisation soll zudem Selbstmordattentäter eingesetzt haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzt die DHKP-C Westeuropa als Rückzugsraum.

(dpa)