1. Panorama
  2. Deutschland

Anzeigen sollen künftig besser geprüft werden: Prostituierte über Bundesagentur-Jobbörse gesucht

Anzeigen sollen künftig besser geprüft werden : Prostituierte über Bundesagentur-Jobbörse gesucht

Jung und hübsch sollten sie sein - dafür versprach ein Begleitservice interessierten Frauen einen lukrativen Verdienst. Nur: Das Unternehmen nutzte dafür ausgerechnet die Internet-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Die reagierte sofort.

Auf der Suche nach Prostituierten hat ein "exklusiver Escort-Service" arbeitslose Frauen mit einer Anzeige auf der Internetjobbörse der Bundesagentur für Arbeit zu ködern versucht.

Im Blick hatte das Unternehmen "attraktive und hübsche junge Damen zwischen 18 und 40 Jahren". Ihnen winke ein "äußerst lukrativer Verdienst" - und die Chance auf "Abenteuer mit seriösen Geschäftsleuten, Rechtsanwälten, Ärzten, Sportlern, Managern, VIPs und wohlhabenden Kunden", hieß es in der Anzeige des Stellenportals.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach einem entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung die Anzeige inzwischen gelöscht, wie ein Sprecher der Bundesagentur in Düsseldorf gegenüber unserer Redaktion sagte.

Der Sprecher distanzierte sich davon und machte klar, dass die Anzeige ohne Wissen und Zutun der Bundesagentur oder örtlicher Arbeitsagenturen in das Jobportal gelangt sei. "Jeder Arbeitgeber hat die Möglichkeit, eine Stelle in der Jobbörse einzustellen, ohne die Bundesagentur mit der Vermittlung zu beauftragen", so der Sprecher.

Um zu verhindern, dass etwa sexistische, rechtsextremistische oder anderweitig bedenkliche Stellenanzeigen in der BA-Jobbörse eingestellt würden, gebe es allerdings verschiedene Kontrollmechanismen.

Zum einen würden automatisch alle Stellenanzeigen auf bestimmte Formulierungen oder Stichworte wie "Sex" oder "Prostitution" hin untersucht. Zum anderen überprüften BA-Mitarbeiter stichprobenartig die Stellenangebote. "Bei beiden Prüfmechanismen ist die Stellenanzeige des Escortservice nicht aufgefallen", sagte der Sprecher.

Als Konsequenz aus dem Fall solle das Prüfraster enger gezogen werden. So würden künftig bei Begriffen wie "Escort" oder "Hostess" die Angebote kritisch geprüft. Auf keinen Fall könne nach dem jüngsten Vorfall davon die Rede sein, die Bundesagentur selbst habe Prostituierte vermittelt.

(nbe)