Polizist soll Munition, Waffen und Sprengstoff gehortet haben

In Prepperszene aktiv gewesen : Polizist soll 31.500 Schuss Munition, Waffen und Sprengstoff gehortet haben

Vor dem Landgericht Schwerin beginnt am Mittwoch ein Prozess gegen einen Polizisten, der illegal Waffen, Munition und Sprengstoff gehortet haben soll. Er soll Verbindungen zur sogenannten Prepperszene haben.

Ermittler beschlagnahmten im Juni im Haus des ehemaligen Mitglieds der Spezialeinsatzkräfte (SEK) des Landeskriminalamts von Mecklenburg-Vorpommern 31.500 Schuss Munition, Sprengkörper und diverse Waffen.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Schwerin gehört der 49-jährige zu den Gründern der Internetchatgruppe "Nordkreuz", deren Mitglieder der sogenannten Prepperszene angehören und sich auf einen Krisenfall des Staats vorbereiten. Dies bestätigte der Angeklagte 2017 in der ARD-Sendung "Panorama".

Die Gruppe soll Medienberichten zufolge auch sogenannte Todeslisten mit den Namen politischer Gegner angelegt haben. Dem widersprach Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wiederholt. Die Mitgliedschaft in der Chatgruppe und die Namenslisten sind allerdings nicht Gegenstand des Strafprozesses.

Der Angeklagte galt ursprünglich als Zeuge in einem Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen einen Rostocker Rechtsanwalt und einen weiteren Polizisten, die auch zur Chatgruppe gehört haben sollen. Sie stehen im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen.

Im Rahmen dieses Verfahrens wurden mehrere Liegenschaften des Angeklagten im August 2017 durchsucht. Dabei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 23.800 Schuss Munition, zahlreiche Waffen und Blendgranaten gefunden. Vieles davon war nicht ordnungsgemäß gelagert, 18 Schuss Munition besaß er illegal.

Obwohl dem Polizisten danach die Waffenbesitzkarten entzogen wurden, wurden bei einer weiteren Durchsuchung im Juni 2019 erneut Waffen, Munition und Sprengkörper beschlagnahmt. 1400 Schuss Munition unterlagen laut Staatsanwaltschaft dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Sie würden von den Herstellern nur an Polizeibehörden und Streitkräfte ausgeliefert. Weiterhin fanden die Ermittler eine Maschinenpistole, die 1993 bei der Bundeswehr in Brandenburg gestohlen worden war. Der Angeklagte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei weitere Polizisten. Sie sollen die Munition für den Angeklagten besorgt haben. Der Prozess am Landgericht Schwerin ist vorerst bis in den Januar hinein terminiert.

(cka/AFP)