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Berlin: Polizist nach Kopfschuss gestorben

Berlin : Polizist nach Kopfschuss gestorben

Berlin (rpo). Der am Freitag bei einem Einsatz in Berlin-Neukölln angeschossene Polizist ist tot. Der Beamte, der von einem Verbrecher mit einem Kopfschuss niedergestreckt worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Der 42-jährige Hauptkommissar Uwe Lieschied starb kurz vor drei Uhr am Nachmittag, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

"Wir sind voller Trauer", betonte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch am späten Nachmittag. Bei dem Mann waren bereits seit Samstag keine Hirnströme mehr gemessen worden. Derweil haben die Ermittler auf der Suche nach dem Mörder des Mannes eine erste Spur.

Glietsch würdigte den Verstorbenen als einen Beamten, "der nie weggeschaut hat, wenn Hilfe und Unterstützung nötig waren". Er dankte auch der Berliner Bevölkerung für die "Welle der Unterstützung" nach den Schüssen auf den Kriminalkommissar, der eine Frau und zwei Söhne im Alter von 16 und 18 Jahren hinterlässt. Der Polizeipräsident betonte gleichzeitig, dass es trotz aller Sicherheitskonzepte und technischen Möglichkeiten keinen absoluten Schutz bei Mordanschlägen auf Polizisten gibt.

Nach den Worten des CDU-Innenexperten Frank Henkel zeigt die Tat in brutaler Weise, dass die Berliner Polizisten tagtäglich einen schweren und gefährlichen Job leisten. Es müsse alles getan werden, um diejenigen zu schützen, die sich unter Einsatz ihres Lebens für die Sicherheit in der Stadt einsetzen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Glietsch stünden dafür in der Verantwortung.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, betonte, dass die Gewalt gegen Polizisten seit Jahren zunehme. Besonders in Problemkiezen sei der Dienst für die Beamten mittlerweile lebensgefährlich geworden.

Von flüchtendem Räuber erschossen?

Nach neuesten Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass der Beamte von einem flüchtenden Räuber getötet wurde. Wie der Leiter der Berliner Mordkommissionen, André Rauhut sagte, hat sich eine 51-jährige Frau gemeldet, die kurz vor den Schüssen in der Nähe des Tatortes überfallen worden war. Ihre Täterbeschreibung decke sich weitgehend mit den Aussagen der Kollegen des Opfers.

Der 42-Jährige und zwei seiner Kollegen hatten auf einer Zivilstreife gegen 21.20 Uhr in der Fontanestraße zwei rennende Männer bemerkt. Als der 42-Jährige die Verdächtigen zum Stehenbleiben aufforderte, gab einer der Männer unvermittelt "zahlreiche Schüsse" ab. Der Beamte wurde an der Schläfe getroffen. Der Täter flüchtete in die Hasenheide. Der 50 Hektar große Park gilt als einer der Hauptumschlagplätze für Drogen in Berlin.

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Die Polizei sucht weiterhin dringend Zeugen des Verbrechens. Der Schütze ist den Beamten zufolge etwa 30 bis 35 Jahre alt, von schlanker bis hagerer Gestalt und etwa 1,80 bis 1,90 Zentimeter groß. Er hat dunkles, kurzes Haar und helle Haut. Er trug dunkle Kleidung. Möglicherweise ist er südeuropäischer Herkunft. Die Ermittler suchen auch Zeugen, die Angaben zu dem Überfall auf die 51-jährige Frau machen können. Das Verbrechen ereignete sich laut Polizei in einer Nebenstraße in Nähe des Tatortes.

(ap)