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Nürnberg: Polizei räumt von Flüchtlingen besetztes Bundesamt

Nürnberg : Polizei räumt von Flüchtlingen besetztes Bundesamt

In Nürnberg besetzen Asylbewerber das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Sie drohen mit Hungerstreik. Die Polizei räumt den Platz. Doch das dürfte noch nicht das Ende sein.

Die Polizei hat am Freitag das von Asylbewerbern besetzte Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg geräumt.

Die Beamten führten rund 40 Menschen von dem Gelände. Dabei wehrten sich einige der Flüchtlinge mit Händen und Füßen. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes waren die zuvor erteilten Platzverweise weitgehend wirkungslos geblieben.

Die Asylbewerber waren am Donnerstagabend auf das Gelände vorgedrungen. Sie forderten nach einer vom Flüchtlingsrat Bayern verbreiteten Erklärung die Anerkennung ihrer Asylanträge und drohten, in einen Hungerstreik zu treten, wenn sie keine Antwort bekämen.

Bei der Räumung wurde einige Flüchtlinge, die sich an einen Zaun gekettet hatten, mit einem Bolzenschneider befreit. Anschließend wurden sie von mehreren Polizisten vom Gelände getragen.

Die Asylbewerber im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Foto: dpa, dka lre

Unterbrochen wurde die Aktion durch einige Rettungseinsätze: Mehrere Flüchtlinge hatten das Trinken mit Verweis auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan verweigert und deshalb auf dem Platz mit praller Sonneneinstrahlung einen Kollaps erlitten.

Kurz vor der Platzräumung waren vier Mitarbeiter des Bundesamtes samt Dolmetscher gekommen, um mit den Flüchtlingen auf dem Gelände zu reden. Laut einem Sympathisanten, der mit rund 20 anderen vor dem Gebäude demonstrierte, soll es dabei das Angebot gegeben haben, eine Liste mit den Personalien der demonstrierenden Flüchtlinge anzufertigen, um daraufhin die Fälle überprüfen zu können.

Nach Angaben des Bundesamts handelte es sich bei den Flüchtlingen auf dem Gelände um eine gemischte Gruppe. Unter ihnen seien einige Asylbewerber mit bereits abgelehnten Anträgen, aber auch Flüchtlinge, die bereits vor Gericht geklagt hätten. Wieder andere Verfahren würden noch bearbeitet.

Die Flüchtlinge wurden nach der Feststellung der Personalien auf einer Polizeiwache wieder freigelassen. Für die kommenden Wochen werden nun neue Demonstrationen erwartet.

(dpa)